Wajigasch
Lieber Leser,
die dieswochige Sidra Wajigasch führt uns den Höhepunkt der Josefs-Geschichte vor Augen: Josef enthüllte seinen Brüdern seine wahre Identität und drang darauf, dass sein Vater Jakob zu ihm nach Ägypten komme. Als Jakob hörte, dass sein längst verloren geglaubter Sohn Josef noch am Leben war und in der Tat ein sehr hohes Amt in Ägypten bekleidete, machte er sich mit seiner Familie auf den Weg zu ihm. Er entsandte jedoch seinen Sohn Jehuda schon vorher, mit dem Auftrage, eine Tora-Akademie, eine Jeschiwa, zu gründen (s. Raschi zu Genesis 46,26).
Jakob erkannte sehr klar, was erste Priorität sein musste: Mit dem Einzug in ein fremdes Land würde er die junge Generation einer fremdartigen Kultur und einer unbekannten Umgebung aussetzen. Daher würde die wichtigste Maßnahme darin bestehen müssen, dass er – um einen jüdischen Weiterbestand zu gewährleisten – Erziehungsmöglichkeiten für seine Kinder und Enkel schaffte.
Schabbat Schalom
Am Beginn der Toralesung »Wajigasch« sind wir an jener Stelle angekommen, an der Josefs Brüder mit der Aufforderung konfrontiert werden, ihren jungen Halbbruder Benjamin in Ägypten als Sklaven zurückzulassen.
„Eine gute Tat ist mehr wert als Tausend Seufzer“. Lass andere über ihren Problemen seufzen. Du aber konfrontiere Dich damit, kümmere Dich darum, arbeite daran.
In der dieswöchigen Sidra wird erzählt, wie Josef sich seinen Brüdern zu erkennen gab und so sich mit ihnen wieder vereinte (Genesis 45, 3).
Zum Vers "und es näherte sich ihm Jehuda" sagen unsere Meister seligen Angedenkens, dass Jehuda bei diesem Herantreten zu Josef zu allem bereit war - auch zum Krieg (Bereschit Rabba 93:6).
“Mizwa” bedeutet “Gebot”. Eine Mizwa ist eine der in der Tora enthaltenen und für Juden bindenden 613 g-ttlichen Vorschriften. Das Wort bedeutet auch „Verbindung“, denn durch die Tat verbindet sich der Mensch mit seinem Schöpfer, der ihm die Gebote gab.