Tasria-Mezora
Lieber Leser,
im Wochenabschnitt Tasria lesen wir, wie der Kohen Menschen auf Symptome der Zaraat (Aussatz) untersucht. Es war eine körperliche Untersuchung mit spirituellen Aspekten. Betroffene wurden für tahor (rein) oder, G-tt behüte, für tamej (unrein) erklärt.
Viele von uns gehen regelmäßig zum Arzt, um sich körperlich untersuchen zu lassen. Gemessen werden z.B. Größe, Gewicht, Blutdruck und Cholesterin, vielleicht auch die Herzleistung auf einem Fahrradergometer.
Aber wann lassen wir uns „spirituell untersuchen“? Wie „groß“ sind wir? Sind wir stolze, aufrechte Juden, oder gehen wir gebeugt unter der Last von Minderwertigkeitsgefühlen? Und was ist mit dem „Gewicht“? Nehmen wir eine ausgewogene Tora-Nahrung zu uns, die unsere Seele speist, oder leiden wir an spiritueller Unterernährung? Und wie geht es dem Herzen? Ein jüdisches Herz pumpt nicht nur Blut; es pumpt auch Wärme und Liebe. Ein gesundes jüdisches Herz ist das Gefühlszentrum des Menschen. Es fühlt die Schmerzen anderer. Gesunde Herzen werden von Ereignissen inspiriert, die unverkennbar auf die Hand G–ttes in der Welt hinweisen. Wer nicht mitfühlend ist, leidet an blockierten Arterien.
Schabbat Schalom
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Vor kurzer Zeit ist die erste deutsche Übersetzung des Siddurs "Tehillat Haschem" erschienen. Auch unser Webseiten-Team hat intensiv, vorrangig in der Lektoriatsarbeit, an der Verwirklichung des Siddur mitgewirkt. Einen Einblick in diesen außergewöhnlichen Siddur erhalten Sie hier und erwerben können Sie ihn hier.
Von den 613 Grundvorschriften im Judentum ist die populärste von allen die Beschneidung. (Fast) alle Juden zu allen Zeiten – wie sehr sie auch von ihrem Judentum entfernt schienen – verzichteten nicht auf die Erfüllung dieses besonderen Gebots.
Laut dem Judentum wird der Mann bei Austritt seines Samens unrein. Doch die Thora spricht auch von der Krankheit des „Samenflüssigen“, welchem vermehrt unnatürlicher Samen abgeht.
Bekommst du Gänsehaut, wenn dich etwas erschreckt, oder hast du einen nervösen Magen, wenn du aufgeregt bist? Und ist dies eigentlich nicht merkwürdig? Es sind doch schließlich das Herz und der Verstand, die Furcht oder Aufregung spüren.
Wenn jemand einen blühenden Obstbaum das erste Mal zur Blütezeit im Monat Nissan (April/Mai) sieht, spricht man diesen Segensspruch.
Das Gebot: »Ihr sollt zählen vom Tag nach dem Feiertag, vom Tag, an dem ihr das Omer der Wendung dargebracht habt, sieben volle Wochen.« (Levitikus/Wajikra 23:15)
In der ganzen Periode, da die Juden ursprünglich in ihrem eigenen Lande, in Erez Israel, lebten, begann im Monat Nissan die Erntezeit. Jedes Jahr am zweiten Tage von Pessach wurde im Tempel ein besonderes Opfer dargebracht – das Omer, ein bestimmtes Maß von neu geschnittener Gerste.