Jom Kippur
Lieber Leser,
Jom Kippur ist ein Tag des Gebetes. Wir sind frei von materiellen Angelegenheiten und können uns dem Gebet widmen. Wir beginnen den Abendg-ttesdienst mit dem Sprechgesang Kol Nidre, der uns von Gelübden entbindet, die wir im kommenden Jahr ablegen.
Während jedes Hauptgebetes am Jom Kippur sprechen wir das Beichtgebet, zählen alle Sünden auf, die wir möglicherweise begangen haben, und bitten G-tt um Vergebung. Das Schlussgebet des Tages - wenn unser Urteil für das kommende Jahr besiegelt ist - heißt Ne’ila. Das ganze Jahr über bleiben nur beim Ne’ila die Türen des Schreines vom Anfang bis zum Ende geöffnet. Das bedeutet, dass die Tore des Gebets im Himmel während dieser Zeit für uns weit offen sind. Ne’ila endet mit Schma Jisrael und anderen gemeinsam gesprochenen Versen sowie mit dem letzten Ton des Schofars.
Schabbat Schalom
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Jom Kippur markiert den Tag, an dem G-tt dem Jüdischen Volk die Sünde des Goldenen Kalbes vergeben hat.
Im Talmud gibt es eine Streitfrage über die Wirksamkeit des Jom Kippur Sünden zu vergeben: Die Gelehrten sagen: „Jom Kippur sühnt nur die Sünden jener, die ihre Wege auch tatsächlich bessern“, und Rabbi meint, „ob sie sich bessern oder nicht, Jom Kippur sühnt die Sünden aller.“ Seine Begründung: „Weil das Wesen dieses heiligen Tages sühnt.“
Zu Jom Kippur – dem Versöhnungstag – lesen wir im Gebet vom Dienst des Kohen Gadol (Oberpriesters) im Heiligen Tempel an diesem ehrfürchtigen Tag. Heute gibt es zwar keinen physischen Tempel mehr und keinen Kohen Gadol, der diesen Dienst verrichten kann, doch der „spirituelle Tempel“ besteht in der Seele jedes Juden.
Jom Kippur bewirkt Sühne für unsere Verfehlungen gegenüber G"tt, aber bei dem, was wir anderen Menschen angetan haben, genügt der Tag allein nicht.
Höhepunkt der "ehrfurchtgebietenden Tage" ist Jom Kippur, und zur Zeit des Tempels stand im Mittelpunkt dieses Tages der vom Kohen Gadol, dem Hohepriester, verrichtete Dienst im Heiligtum.
An Jom Kippur rezitierte mein Vater, Rabbi Mosche Greenberg, sorgfältig alle Jom Kippur Gebete – außer dem Gebet, das oft als das Feierlichste gilt: Kol Nidre.
In Berditschew lebte ein Mann namens Hirschele, dem jedes Geschäft misslang. Natürlich war er nicht glücklich. Seine Nachbarn mieden ihn, und seine Frau schimpfte mit ihm.
Es war einmal ein großer König, der nur eine Tochter hatte. Die Prinzessin war schön und hatte einen guten Charakter, und als sie heranwuchs, hielt der König Ausschau nach einem jungen Mann, der seine Tochter heiraten sollte.