Wajikra
Sehr geehrte Leserschaft,
Am Schluss der dieswöchigen Sidra Wajikra (Lev. 5, 20-26) diskutiert die Tora die Vorschrift, die eine Person betrifft, der die Obhut einer Sicherheit oder eines Pfandes anvertraut worden ist.
Der Talmud (Eruwin) erzählt, dass R. Jehuda Hannasi (der Fürst) die Gepflogenheit hatte, reiche Männer besonders zu ehren. Beim ersten Blick erscheint ein der artiges Verhalten unverständlich. Warum sollte der Besitz von Reichtümern jemanden mehr ehrenwert machen?
R. Jehudas scheinbar seltsames Verhalten liegt in seinem Verständnis für das wahre Wesen von Reichtum begründet. Güter und jedes andere Besitztum sind in Wahrheit "Pfänder" oder Hinterlegungen, von G-tt der Einzelperson auf ihre kurze Lebensdauer anvertraut. Es muss klar sein, dass eine größere Summe eine größere Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit der betreffenden Person voraussetzt, der das Pfand anvertraut ist. Daher – so schloss R. Jehuda – bezeugt die Tatsache, dass G-tt diesem Mann ein solch großes Vermögen anvertraut oder ihm eine so mächtige Stellung geschaffen hat, dass sein Kredit "gut" ist und der Ewige auf ihn das Vertrauen setzt, dass er seinen Reichtum, seine Macht oder Stellung zum Guten nutzen wird. Dieser Person gebührt daher ganz bestimmt Ehrerbietung.
Gut Schabbes
Wajikra ist der erste Abschnitt im dritten Buch der Tora, Levitikus. In der letzten Woche haben wir das Buch Exodus mit der Beschreibung der Konstruktion des Tabernakels abgeschlossen. In dieser Woche werden die verschiedenen Tier- und Mehl-Opfer beschrieben, die der Priester in seinem neu-konstruierten Heiligtum darbringt.
Zur Zeit des jüdischen Tempels drückte sich der G-ttesdienst des Volkes Israel hauptsächlich durch seine Opferdarbringung aus. Die Thorakommentatoren schreiben dem Opferdienst viele Gründe zu, wie die Sühne für Missetaten und ein Mittel zur Näherung an G-tt.
Ist es nicht überraschend, daß die Eltern in vielen Ländern für ihre Kinder nicht nur “moderne” Namen aussuchen, sondern auch Namen wählen, die wir aus der Bibel kennen.
Der Wochenabschnitt Wajikra beschreibt, wie am Altar geopfert wurde. Hat das irgendeine Bedeutung für Sie? Vielleicht schmeckt Ihnen Tante Saras Rostbraten, aber Sie waren wahrscheinlich nicht am Schlachten des Tieres beteiligt. Und in der Synagoge werden keine rituellen Opfer dargebracht. Was also können Sie aus diesen Versen lernen?
Alle wissen, dass der Kompass ein Instrument mit einer magnetischen Nadel ist, die an eine Achse montiert ist, so dass sie sich frei drehen kann. Die Nadel deutet immer in Richtung des (magnetischen) Nord- oder Südpols.