Wajakhel-Pekudej
Sehr geehrte Leserschaft,
der heutige Schabbat "Schabbat Hachodesch", kündet den Monat Nissan und das bald bevorstehende Pessach-Fest an. Wie alle anderen unserer Feiertage muss auch es uns geistig bereichern, und dies nicht nur während seiner tatsächlichen Dauer sondern das ganze Jahr hindurch: Seine Lehre muss Anfeuerung für das tägliche Leben sein. Eine der "Hauptsäulen" unserer Tora und unseres Glaubens ist die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Jeden Tag erneut müssen wir daran denken. In der Nacht von Pessach steht dieses Ereignis selbstverständlich im Mittelpunkt all unserer Gedanken. Vielerlei Lehren sind darin enthalten; heute jedoch sei ein Punkt besonders herausgegriffen, weil er sowohl auf den Anfang wie auf das Ende des Festes Bezug hat, weil er beide miteinander vereint.
Die erste Zeremonie für Pessach, gleich nach Eintritt der Nacht, ist der "Seder". Hier tritt sofort eines seiner wesentlichen Merkmale in Erscheinung: die Erfüllung der Vorschrift "Du sollst es deinem Kinde erzählen". Im Verlauf des Seder fallen einige Abweichungen von unseren normalen Gebräuchen auf; die Absicht ist dabei, das Interesse der Kinder hierdurch zu erwecken und sie zur aktiven Teilnahme zu bewegen. Zudem ist unsere Verpflichtung den Kindern gegenüber keineswegs nur auf die Weisen und Klugen beschränkt; vielmehr erstreckt sie sich, in den Worten der Haggada, auf "das weise, das böse, das einfältige und das noch nicht des Fragens kundige Kind". Alle müssen beim Seder versammelt sein und müssen belehrt werden, jedes seiner Intelligenz und seiner Verstandeskraft gemäß.
Das Ende des Pessach-Festes wiederum ist gekennzeichnet durch den Bericht über den Durchzug der Israeliten durch das Schilfmeer. Damals enthüllte G-tt sich in einer so eindrucksvollen Weise, dass jeder einzelne im Volk Israel "mit dem Finger darauf zeigen" und ausrufen konnte: "Dies ist mein G-tt, und ich will Ihn verherrlichen". Da nun waren es die Söhne und Töchter, die in der Zeit tiefster Versklavung und Unterdrückung geboren worden waren, die G-tt als erste erkannten. So kann man feststellen: Das Ende des Festes "wurzelt" in seinem Anfang – es handelt sich um die Kinder.
Gut Schabbes
Chazak, Chazak wenisChasek
Im Doppel-Tora-Abschnitt dieser Woche versammelt Moses die Juden und teilt ihnen alle Details bezüglich der Konstruktion des Tabernakels und seines Mobilarien mit. Die eigentliche Erbauung wird auch beschrieben. Im zweiten Tora-Abschnitt wird die Anfertigung der priesterlichen und hohepriesterlichen Kleidungsstücke beschrieben. Der Tabernakel wird errichtet, und G-ttes Gegenwart wohnt darin.
Zu Beginn unseres Wochenabschnitts versammelt Mose das jüdische Volk um ihnen das Hüten des Schabbats zu gebieten. Sechs Tage soll gearbeitet werden, und der siebte sei euch heilig, ein völliger Ruhetag, verkündet er ihnen.
Die Vollkommenheit der Thora drückt sich nicht nur in ihren Wegen und Weisungen aus, sondern auch in der hundertprozentigen Ausnutzung ihres Potenzials – der mündlichen und vor allem der schriftlichen Überlieferung.
Wie oft haben Sie schon den Satz gehört „Das ändert alles“? Jedes Mal, wenn auf der Welt etwas Wichtiges geschieht – eine kulturelle Bewegung, eine aufregende Neuigkeit, ein großer sportlicher Sieg, eine beliebte neue Fernsehserie oder ein neues Automodell -, behaupten die Leute, „Das ändert alles“ oder „Das Leben wird nie mehr so sein wie bisher“.
Der Tora-Abschnitt Pekudej zählt alle Details auf, die mit dem Bau der Stiftshütte zu tun haben. Die vorherigen Kapitel der Tora haben dieses Thema bereits ausführlich behandelt. Wenn dieser Wochenabschnitt uns lehren soll, dass alle Arbeiten an der Stiftshütte genau so ausgeführt wurden, wie G–tt es befohlen hatte, hätte es dann nicht genügt, das in einem Satz zu sagen?
Die mystische Tradition des Judentums lehrt uns, welche unglaubliche Macht uns Menschen durch das einmalige Geschenk der freien Wahl gegeben wurde.