König Achab war ein böser, hochmütiger Mann mit unstillbarem Durst nach Vergnügen und Ruhm. Sein enger Freund Chiel war ebenso böse. Jehoschua hatte jeden verflucht, der versuchte, Jericho wieder aufzubauen; aber Chiel wollte genau das tun. Während der Arbeit starben alle seine Söhne. Aber er gab nicht nach. Als er um einen Sohn trauerte, schickte G–tt Elijahu zu ihm, um ihn zu trösten. Aber der Prophet wollte nicht: „Warum soll ich einen so verachtenswerten Sünder trösten? Er wird deinen Namen verfluchen!“ Aber G-tt bestand darauf. Er versprach jedoch, wenn Elijahu den Chiel verfluche, werde sich der Fluch erfüllen. Der Prophet fand Chiel und Achab bei einer Diskussion über die Passage in der Torah, die von Jehoschuas Fluch handelt. Der arrogante Achab fragte Elijahu: „Wer ist größer, Mosche oder Jehoschua?“ Elijahu antwortete: „Der Meister ist größer als der Schüler.“ Diese Antwort hatte Achab erwartet, und er entgegnete: „Wenn er so groß war, warum erfüllte sich dann seine Prophezeiung nicht? In der Torah steht: ‚Hütet euch davor, dass euer Herz vom rechten Weg abirrt und ihr falsche Götter anbetet ... G–tt wird den Himmel verschließen, und es wird nicht regnen.’ Trotzdem, obwohl wir Götzen verehren, bin ich nicht bestraft, sondern belohnt worden. Ich gewinne Schlachten, mein Königreich gedeiht, und die Ernte ist gut. Andererseits erfüllte sich Jehoschuas Fluch, was Jericho anbelangt. Erkläre mir das.“ Elijahu war erzürnt über die blasphemischen Worte des Königs und rief: „Nur weil G-tt gnädig ist, hat er dich bisher verschont. Aber ich sage dir, dass jetzt eine jahrelange Dürre kommen wird. Es wird kein Regen fallen, bis ich es erlaube!“ G-tt erfüllte Elijahus Fluch, und die Trockenheit begann. Während Achab regierte, bewirkte Elijahu ein großes Wunder vor dem jüdischen Volk am Berg Karmel. Er forderte Achab heraus: „Ich werde beweisen, dass Haschem der wahre G–tt ist. Ich werde einen Altar bauen und ein Kalb opfern, und deine Priester des Baal werden das Gleiche tun. G–ttes Feuer wird ein Opfer verzehren.“ Achab stimmte zu, und um zu verhindern, dass er verlor, schmiedete Chiel einen Plan. Er wollte sich in einem hohlen Altar verstecken und glühende Kohle mitnehmen. Wenn die Priester Baal anriefen, wollte er das Holz auf dem Altar anzünden. Alle Juden wurden am Berg Karmel versammelt, um dem großen Ereignis beizuwohnen. Gleich große Kälber wurden auf die Altäre gelegt, und Elijahu sprach zur Menge: „Wie lange wollt ihr noch überlegen, wen ihr anbeten sollt? Wenn es Haschem ist, dann folgt ihm und befolgt seine Gebote. Wenn ihr an Baal glaubt, dann betet ihn an!“ Das erschrockene Volk verstummte. Der Prophet fuhr fort: „Ich stehe allein gegen 250 Baal-Priester, um herauszufinden, welches Opfer angenommen wird. Nur auf eines wird himmlisches Feuer herabsteigen, und das wird beweisen, wer der wahre Gott ist.“ Zuerst kamen die Priester des Baal. Sie opferten ihr Kalb und riefen ihren Gott an. Chiel lag verborgen unter dem Altar und wollte das Holz von unten anzünden. Doch bevor es ihm gelang, biss ihn eine Giftschlange, und er starb. Der König wartete vergeblich darauf, dass sein Freund den Plan ausführte. Die heidnischen Priester hüpften und schrieen, kreischten und tanzten. Doch weder ihre Schreie noch ihre Magie konnten das Opfer entzünden. Die Sonne sank, aber Elijahu wollte, dass alle das Wunder sahen. Darum rief er: „Sonne, du bist für Jehoschua stillgestanden. Steh nun wieder still, damit ich G–ttes Namen vor dieser großen Versammlung heiligen kann. Mögen alle Juden wissen, dass nur er der wahre G-tt ist. Plötzlich stand die Sonne still. Elijahu baute einen Altar aus zwölf Steinen, welche die zwölf Stämme symbolisierten, und hob rund um den Altar einen Graben aus. Dann befahl er seinem Schüler Elischa, ihm Wasser über die Hände zu gießen. Auf einmal floss Wasser von den Fingern des Propheten, bis der Graben voll war. Dann betete Elijahu zu G-tt: „Schicke in deiner großen Gnade ein Feuer, welches das Opfer verzehrt, damit das jüdische Volk an deine Größe und Macht glaubt. Zeige ihnen, dass die Baal-Priester falsche Priester eines falschen Gottes sind.“ Vor den Augen des ganzen Volkes am Berg stieg Feuer vom Himmel herab, verzehrte das Opfer und leckte jeden Tropfen Wasser aus dem Graben. Das Volk fiel auf die Knie und rief: „Haschem ist der wahre G–tt!“ In diesem Augenblick begann Regen auf das Land zu fallen, das seit drei Jahren unter Dürre litt, und die Trockenheit war zu Ende.