Die folgende Sicha stammt aus den Ergänzungen von Bd. II, S. 568, ab Jud-Alef.
XXXVI. Der Talmud besagt, dass König David am Schawuot starb.1 Tewu-ot Schor und Binjan Ariel bemerken das Folgende: Es wird gesagt,2 dass „der Heilige, gesegnet sei Er, die Jahre der Gerechten auf den Tag genau vollendet.“ Daraus folgt, dass David am Schawuot geboren wurde.3 Schawuot ist also sowohl die Hilula als auch der Geburtstag von König David.
Der Sohar4 stellt fest, dass der Vers „[Ich muss verkünden, der Ewige hat zu mir gesagt:] ‚Du bist Mein Sohn, Ani (Ich) habe dich heute gezeugt‘“5 von David am Tag seiner Bar-Mizwa gesagt wurde, als er in sein vierzehntes Lebensjahr eintrat. Eine heilige Seele wurde ihm von der Ebene von Ani Tefilla eingegeben.6
Sicherlich wird die Nefesch Elokit (G-ttliche Seele) zum Zeitpunkt der Beschneidung eingegeben, wie der Alte Rebbe zu Beginn des Schulchan Aruch erklärt.7 Dies bezieht sich jedoch nur auf den Aspekt von Nefesch-Ruach-Neschama. Danach, wenn man gemäß seiner Awoda lebt, verdient man höhere Stufen, und zur Zeit der Bar Mizwa wird man auch mit den Stufen von Azilut durchdrungen.8
Aus diesem Grund bereitete R. Schimon bar Jochai für den Tag der Bar Mizwa seines Sohnes ein großes Fest und eine fröhliche Feier vor, wie bei einer Hochzeit. Als R. Schimon nach dem Grund für diese Feier gefragt wurde, erklärte er, dass sie die Bar-Mizwa seines Sohnes R. Elasar markieren sollte, wie dies im Sohar Chadasch berichtet wird.9
Da Schawuot der Geburtstag Davids ist, folgt daraus, dass König David diesen Vers am Schawuot sagte.
XXXVII. König David fügte diesen Vers in das Buch Tehillim ein. Tehillim wird von allen Juden rezitiert, jeder nach seiner eigenen Stufe und seinem Zustand. [Mein Schwiegervater, der Rebbe, hat eingeführt, dass jeder jeden Tag den entsprechenden Abschnitt der Tehillim rezitieren soll, entsprechend der Einteilung in die Tage des Monats. Dies gilt für alle gleichermaßen. Manche Leute haben die Gewohnheit, Tehillim nach verschiedenen inhaltlichen Einteilungen zu rezitieren; trotzdem sollten sie auch den täglichen Teil des Monatszyklus rezitieren.]
Alles, was König David in den Tehillim im Namen der Gemeinschaft Israels gesagt hat,10 wird sich daher für jeden Juden entsprechend seiner Stufe und seinem Zustand in offensichtlicher Weise verwirklichen. Das gilt auch für den Aspekt und den Inhalt der Verse: „Du bist Mein Sohn, Ich habe dich heute gezeugt. Bitte Mich, und Ich werde die Völker zu deinem Erbe machen und die Enden der Erde zu deinem Besitz.“11
Diese Worte implizieren, dass G-tt die Wünsche des Herzens eines jeden Juden in allem, was er von Ihm erbittet, erfüllen wird.
XXXVIII. Von David heißt es: „David, der König Israels, ist lebendig und bleibt bestehen“12 und „Mein Knecht David wird Fürst über sie sein“13 – was sich auf das messianische Zeitalter bezieht. Unser Text bezieht sich also sowohl auf David als auch auf Maschiach. Das Kommen des Maschiach ist der Herzenswunsch eines jeden Juden. Im Zusammenhang mit dem oben Gesagten liegt es also in der Macht eines jeden Juden, dies zu verwirklichen.
Die Erfüllung der Wünsche kann durch das Studium der Tora und die Einhaltung der Mizwot erreicht werden. Dazu gehört auch die Praxis, Tehillim zu rezitieren, d. h., den täglichen Teil von Tehillim am Ende des Morgengebets zu rezitieren.14
Im Lewusch15 wird auf einen Brauch hingewiesen, Tehillim vor dem Gebet zu rezitieren. Dies ist jedoch etwas ganz anderes als der Brauch, dass jeder nach dem Gebet den täglichen Teil der Tehillim rezitiert, wie er nach den Tagen des Monats aufgeteilt ist.
XXXIX. Im Sohar16 heißt es, dass David der „Freudenstifter des Königs“ genannt wird, weil er Himmlische Freude zu bewirken pflegte. Diese Eigenschaft von ihm gilt für alle Zeiten. Er verursacht das ganze Jahr über Freude. Aber sie gilt besonders für den Tag seiner Geburt und Hilula.
Schawuot ist dann eine Zeit, um mit Freude eine Verstärkung der Praxis zu unternehmen, den täglichen Teil der Tehillim gemäß ihrer monatlichen Einteilung zu rezitieren, und dies all jenen zur Kenntnis zu bringen, die damit noch nicht vertraut sind – um so das Privileg zu erlangen, dass „das Verdienst der vielen ihm zugerechnet wird.“
Dies wird auch zu einer Erfüllung dessen führen, was mein Schwiegervater, der Rebbe, vor zwanzig Jahren an Schawuot erzählte: Einem der Rebbes wurde in einer Vision gezeigt, dass das Wort Chitat in dem Vers „Chitat (die Furcht vor) G-tt war über den Städten"17 ein Akronym für Chumasch-Tehillim-Tanja ist.18
Jeden Tag soll man im Chumasch einen Teil der wöchentlichen Parascha mit dem Kommentar von Raschi lernen: am Sonntag bis zu Scheni, am Montag bis zu Schelischi und so weiter. Jeden Tag soll man Tanja studieren, die tägliche Lektion dieses Textes in der Reihenfolge, die im Tanja von meinem Schwiegervater, dem Rebben, für alle Tage des Jahres aufgeteilt wurde. Jeden Tag soll man in Tehillim den Tagesabschnitt rezitieren, wie er nach den Tagen des Monats aufgeteilt ist. Dies wird dann bewirken, dass „Chitat (die Furcht G-ttes) über den Städten war“ – so dass – „sie sich auf den Weg machten“19, d. h., dass wir in Frieden in das Land Israel durch die vollständige und wahre Erlösung reisen werden. Denn so wurde zu unserem Vater Jaakow gesagt: „Lass uns weiterziehen und lass uns gehen“20, was in der Zukunft sein wird, wenn „die Erlöser auf den Berg Zion hinaufsteigen werden, um den Berg Esaws zu richten.“21
Das Tora-Studium und die Einhaltung der Mizwot, einschließlich der Praxis der täglichen Schiurim (Lektionen und Portionen), werden unseren gerechten Maschiach im wörtlichen Sinne herbeiführen, und zwar schnell in unseren eigenen Tagen.
(Adaptiert aus einer Sicha gehalten an Schawuot 5716)
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