Fühlen Sie sich ausgelaugt, gestresst, ständig erschöpft und nicht wertgeschätzt? Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Ziele und Träume unerfüllt bleiben?

Vielleicht müssen Sie einfach nur lernen, in Ihrem Leben klarere Grenzen zu setzen.

Persönliche Grenzen sind physische, emotionale, spirituelle oder zwischenmenschliche Grenzen, die uns von anderen abgrenzen. Grenzen zu setzen bedeutet, dass wir nicht die Überzeugungen, Maßstäbe und Gefühle anderer Menschen übernehmen, sondern uns auf unsere eigenen besinnen. Wir lernen, ein solideres Selbstbewusstsein zu entwickeln, das uns hilft, die Kontrolle über das zu übernehmen, was uns wichtig ist, und Entscheidungen zu treffen, die unserem Wertesystem entsprechen.

Wir alle brauchen Grenzen in unserem Leben. Sie helfen uns, uns selbst zu definieren, unser Wohlbefinden zu fördern und geben uns die Kraft, unseren Lebensweg gezielter zu gestalten. Grenzen müssen regelmäßig gepflegt werden, und es gibt Zeiten, in denen wir unsere Grenzen aktiv gegen Übergriffe verteidigen müssen.


Matot hat die doppelte Bedeutung von „Linie“ oder „Zweig“ sowie von „Stamm“. Matot sind jene Holzäste, die vom Baum abgeschnitten wurden und hart geworden sind. In ähnlicher Weise bezieht sich matot auch auf die Stämme, die sich zu eigenen, unverwechselbaren Gruppen entwickelt haben. Die Parascha Matot beginnt damit, dass Mosche zu den Oberhäuptern dieser Stämme spricht.

Massei hingegen bedeutet „Reisen“ und erzählt von den Reisen der Juden von Ägypten ins Gelobte Land.

Ein Teil des Wachstums und der Reifung zu unserem eigenen, unabhängigen und unverwechselbaren Selbst besteht darin, unsere Standhaftigkeit zu finden und unsere Prinzipien und Grenzen zu kennen.

Wir müssen wissen, wo wir unsere Grenzen ziehen müssen, wann wir ein entschlossenes und unnachgiebiges „Nein!“ sagen müssen: „So bin ich nicht und so möchte ich auch nicht sein.“ Wir müssen unterscheiden zwischen dem, was uns hilft, unserem „Gelobten Land“ näher zu kommen, und dem, was nur als Ablenkung oder Umweg dient.

Die Abschnitte „Matot“ und „Massei“ werden stets während der „Drei Wochen“ gelesen, dem Zeitraum vom 17. Tamus bis zum 9. Av, in dem wir um die Zerstörung des Tempels und den Beginn unseres Exils trauern.

Im Exil geht es nicht nur darum, gezwungen zu sein, unser Land zu verlassen; es geht auch darum, sich in einem Zustand moralischer und spiritueller Entwurzelung und Heimatlosigkeit zu befinden. Im Exil geht es darum, in eine Welt geworfen zu werden, in der Werte und Moral so vergänglich sind, dass sie vom Wind verweht werden und sich mit jeder neuen Laune oder jedem gesellschaftlichen Trend ändern.

Auf unserer Reise durch das nationale Exil – genauso wie auf der Suche nach Orientierung auf unserem ganz persönlichen Lebensweg – müssen wir stabile Grenzen setzen.

Wenn ethische und persönliche Grenzen immer mehr verschwimmen, ist es an der Zeit, dass wir unsere metaphorischen Stifte zücken und klare Linien ziehen.