Die Parascha dieser Woche befasst sich mit der Vermeidung von Verleumdung und Klatsch, Lashon Hara. Es mag völlig selbstverständlich klingen, dass eine Gemeinschaft ohne Gerüchte, Verleumdung und Geschwätz besser funktioniert. Warum musste uns die Tora das überhaupt sagen? Doch wie bei so vielen anderen Dingen auch: Wenn wir uns ehrlich umschauen, müssen wir doch an diese Werte erinnert werden.
Ich war einmal in einer Synagoge, in der der Rabbiner aufstand und sagte, sein Traum sei es, eine Gemeinschaft zu schaffen, in der niemand verleumde und niemand schlecht über andere rede. Damals klang das ziemlich vereinfachend und naiv, aber bei näherer Betrachtung ist es ein tiefgründiger Gedanke – so viele andere Probleme, die aus böswilligen Gerüchten, Verleumdung usw. entstehen, lassen sich vermeiden, indem man diese unterbindet.
Wir müssen uns der Macht der Sprache bewusst werden. Ein Mensch mag zwar eine negative Eigenschaft besitzen, doch das natürliche Gute in ihm wird danach streben, diesen Aspekt zu unterdrücken und ihn für gute Zwecke umzulenken. Wenn über diese negative Eigenschaft gesprochen wird, wird sie umso realer, sie wird definiert, erhält ein Gefühl von Substanz und Gültigkeit und wird dadurch in weitaus größerem Maße hervorgehoben.
Umgekehrt hilft es, wenn man positiv über andere spricht und ihre positiven Seiten hervorhebt: Dadurch werden diese Menschen sich der positiven Eigenschaften bewusst, die man ihnen zuschreibt, und können entsprechend wachsen.

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