Schoftim
Lieber Leser,
im Wochenabschnitt Schoftim lesen wir von den Geboten, die G–tt für Richter erlassen hat – sie verbieten Bestechung und Begünstigung aller Art.
Der Text erinnert an die “blinde Justizia”, die nur die Tat beurteilt und sich nicht von äußeren Faktoren beeinflussen läßt. Es ist übrigens interessant, daß Zedek, das Wort für “Gerechtigkeit”, die Wurzel von Zedaka ist, das “Almosen” oder “Gabe der Nächstenliebe” bedeutet – auch das ist also Gerechtigkeit! Schoftim enthält einen berühmten Satz, der mit “Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollt ihr üben” oder “... anstreben” übersetzt wird. Das mindeste, was wir tun müssen ist, rechtschaffen zu leben.
Aber Gerechtigkeit anstreben bedeutet, daß wir die Mizwot im täglichen Leben ernst nehmen. Der Zahnarzt, der Augenarzt und ihre Mitarbeiter hätten zu Hause viel bequemer leben können, und auch dort halfen sie ja anderen. Dennoch gingen sie ins Ausland und arbeiteten hart und unter schwierigen Bedingungen.
Darum müssen wir uns fragen: Sind wir nur im passiven Sinne gerecht, oder streben wir aktiv nach Gerechtigkeit? Der Unterschied kann die Welt verändern!
Schabbat Schalom
Der Abschnitt Schoftim der Tora setzt die letzte Ansprache Mosches an die Kinder Israels fort, die kurz vor dem Einzug in das Heilige Land stehen. Wie ein liebender Vater, der seinen Kindern seinen letzten Willen und sein Testament mitteilt, ermutigt, ermahnt und erinnert Mosche das Volk und bereitet es auf das Leben in dem Land ohne ihn vor.
Ein Blick auf die ungewöhnliche Art und Weise, wie die Tora den Leitern der Gemeinde vorschreibt, auf die Entdeckung eines Mordopfers auf dem Feld zu reagieren.
Nach der jüdischen Tradition ist der ganze Monat Elul, der den hohen Feiertagen vorausgeht, ein Monat der Vorbereitung.
Nachdem die Juden als Nation in ihrem Land etabliert waren, mussten sie drei Gebote erfüllen: einen König ernennen, die Erinnerung an Amalek auslöschen und den Bet Hamikdasch bauen (Sanhedrin 20b; Rambam, Melachim 1:1).
