Lieber Leser,

im Wochenabschnitt Schoftim lesen wir von den Geboten, die G–tt für Richter erlassen hat – sie verbieten Bestechung und Begünstigung aller Art.

Der Text erinnert an die “blinde Justizia”, die nur die Tat beurteilt und sich nicht von äußeren Faktoren beeinflussen läßt. Es ist übrigens interessant, daß Zedek, das Wort für “Gerechtigkeit”, die Wurzel von Zedaka ist, das “Almosen” oder “Gabe der Nächstenliebe” bedeutet – auch das ist also Gerechtigkeit! Schoftim enthält einen berühmten Satz, der mit “Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollt ihr üben” oder “... anstreben” übersetzt wird. Das mindeste, was wir tun müssen ist, rechtschaffen zu leben.

Aber Gerechtigkeit anstreben bedeutet, daß wir die Mizwot im täglichen Leben ernst nehmen. Der Zahnarzt, der Augenarzt und ihre Mitarbeiter hätten zu Hause viel bequemer leben können, und auch dort halfen sie ja anderen. Dennoch gingen sie ins Ausland und arbeiteten hart und unter schwierigen Bedingungen.

Darum müssen wir uns fragen: Sind wir nur im passiven Sinne gerecht, oder streben wir aktiv nach Gerechtigkeit? Der Unterschied kann die Welt verändern!

Schabbat Schalom