Lieber Leser,

das "Pinchas-Ereignis", das im ersten Teil der dieswöchigen Sidra seinen Niederschlag findet war dieses:

Voller Verzweifelung und mit bitteren Tränen in den Augen – sie wussten nicht, was sie tun sollten – standen Moses, Aaron und die Ältesten da, als Simri, ein Fürst aus dem Stamme Simeon, in aller Öffentlichkeit G-tt herausforderte und Sein moralisches Gesetz übertrat. Unter ihnen war auch Pinchas, der Sohn Eleasars, ein Enkel Aarons. Pinchas sah, dass die Führer alle stillschwiegen, er aber zögerte nicht. Mit großem Mute wies er Moses auf das Gesetz hin, welches dieser scheinbar vergessen hatte – nämlich dass unter solchen Umständen jemand, der auf die Ehre G-ttes eifrig bedacht ("eifersüchtig") ist, den Missetäter hinrichten darf.

Moses’ Antwort lautete (Talmud, Sanhedrin 82a): "Wer den Brief diktiert, der soll ihn auch abliefern." Damit meinte er: "Du bist es, der sich an das Gesetz erinnert und auch uns daran erinnert hat. Du sollst derjenige sein, der den Urteilsspruch vollzieht." Und Pinchas tat genau dies, womit er das gewaltige Verdienst erwarb, dass G-ttes Zorn von Seinem Volke abgewendet wurde.

Schabbat Schalom