Emor
Lieber Leser,
unser Wochenabschnitt weist das jüdische Volk an, die Heiligkeit des Schabbat zu wahren: „Sechs Tage kann Arbeit getan werden, aber der siebte Tag ist ein Schabbat vollständiger Ruhe“ (Lev. 23:3).
Ein Jude muss stets bemüht sein, jede Phase seines Lebens heilig zu halten. Selbst an gewöhnlichen Wochentagen beginnt er den Tag mit Gebeten. Darauf folgt das Toralernen (Schulchan Aruch, Orach Chajim 155). Manche pflegen eine schwierige Talmudstelle zu lernen, andere befassen sich mit den leichteren Erzählungen und Legenden des Talmuds, andere wiederum studieren den Wochenabschnitt – aber ein jeder „lernt“ etwas, je nach seiner individuellen Befähigung. Danach verlässt er die Welt der Gebete und des Studiums und begibt sich in die materielle Welt, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Doch die Tora leitet ihn durch den ganzen Tag, sei es als Geschäftsmann oder als Angestellter. Letzterer ist verpflichtet, ein getreuer Arbeiter zu sein, eine seinem Lohn angemessene Arbeit zu leisten und seinen Arbeitgeber darin nicht zu betrügen. Auf seiner Seite muss sich der Geschäftsmann vor unehrlichen Geschäften und unehrlichen Angeboten hüten, darf nicht unredlich in die Geschäfte anderer eingreifen oder sich Täuschungen, gleich welcher Art, erlauben. Auf diese Weise muss bei den Juden auch der Alltag von Heiligkeit durchdrungen sein, dem Gebote gemäß: „Erkenne Ihn in all deinen Wegen“ (Sprüche Salomons 3:6; Schulchan Aruch ibid. 231).
Wenn jedoch der siebte Tag kommt, sind wir ausdrücklich angehalten: „Halte ihn heilig“ – d.h. denn: noch mehr als die „gewöhnliche“ Heiligkeit der sechs Arbeitstage.
Schabbat Schalom
Der Name der Parascha "Emor" enthält eine bedeutende Lehre für jeden einzelnen Juden. "Emor" heißt "sprich", und die Macht des gesprochenen Wortes verlangt von uns ein großes Maß an Verantwortung für alles, was aus unserem Mund heraustritt.
In einem Wahljahr gibt es immer Streit über “reißerische Propaganda”. Aber es wird selten gesagt, was darunter zu verstehen ist. Handelt es sich um unsachliche Kritik? Um persönliche Angriffe? Oder gar um “Enthüllungen”?
In unserer Parascha werden die verschiedenen Feiertage im jüdischen Jahr der Reihe nach aufgezählt. Das erste Fest von dem die Tora spricht ist Schabbat, ein Fest welches schon einige Male in der Tora erwähnt wurde.
Die erste Sünde der ersten Menschen war der Wunsch nach sofortiger Befriedigung. Adam und Ewa aßen die verbotene Frucht. Diese Geschichte ist sehr bekannt. Weniger bekannt ist, dass die Frucht des verbotenen Baumes nicht für immer verboten sein sollte.
G-tt schuf die Welt in sechs Tagen und ruhte am siebenten. Mit dem Ruhen am Schabbat bringen wir uns in Gleichschritt mit dem Schöpfungszyklus.
Wenn wir am Zweiten Pessach Mazzot und Brot zusammen auftischen, zeigen wir dadurch, dass wir unser Verlangen besiegt haben, und nun dazu fähig sind, sie in die richtige Bahn zu lenken.