Bechukotai
Lieber Leser,
der Wochenabschnitt Bechukotai beginnt mit den Worten “Wenn du in meinen Statuten wandelst ...” Das Wort “Statuen” ist sehr spezifisch. Es bezeichnet eine Folge von Geboten, Chukim, im Gegensatz zu den Ejdot oder Mischpatim.
Ejdot sind Mizwot wie der Schabbat. Sie zeugen von Ereignissen wie der Schöpfung und dem Exodus.
Mischpatim sind vernünftige Verbote, die logisch und klar verständlich sind, so wie viele der Zehn Gebote.
Die Chukim sind dagegen eher ätherisch. Es sind Gebote, die sich nicht aus der Logik ergeben und denen wir dennoch gläubig gehorchen müssen. Diese g-ttlichen Vorschriften sind, so sagt man, in unsere Seelen “eingekerbt”, denn das Wort Chukim stammt aus derselben Wurzel wie Chakika, das “einkerben” bedeutet.
Aber was ist dieses Einkerben? In gewissem Sinne wird dabei etwas entfernt: Eine Säure oder ein Werkzeug gräbt Worte in Stein. Auch wir müssen unsere Vorurteile und unsere Skepsis entfernen, um die Chukim zu akzeptieren.
Andererseits übermittelt eine zunächst leere Fläche nach dem Einkerben eine Botschaft: Worte, Bilder, Symbole. Wo einst nichts war, ist jetzt etwas. Wenn wir den Chukim gehorchen und uns dabei selbst leer machen, bekommen wir dafür etwas Neues.
Chasak chasak wenisChasek
Schabbat Schalom
Wenn G-tt gut ist, und er unser Leben mit Absicht und Sinn dirigiert, dann kann es nur zwei Arten von Erfahrungen geben, die er hervorbringt: Gute Dinge, die wir als gut erkennen und gute Dinge, die wir als schlecht erkennen.
Die dieswöchige Sidra beginnt mit den Worten (Levitikus 26:3-4): „Wenn ihr in Meinen Satzungen geht und Meine Gebote hütet und sie ausübt: dann werde Ich eure Regen zu ihrer Zeit geben, die Erde wird ihren Ertrag hervorbringen und der Baum des Feldes seine Frucht tragen …“
Ich verstehe, dass die Ägypter böse waren und bestraft werden mussten, und dass die Israeliten ihre Sklaven waren, misshandelt wurden und ihnen geholfen werden musste. Aber hätte G-tt nicht eine bessere Lösung finden können?
Ist denn ein Mensch wertlos, der eine gute Ehe führt, gesunde Kinder großgezogen hat und sich nach Kräften bemüht, alle Rechnungen zu bezahlen, obwohl sein Bankguthaben nur vierstellig (oder vierstellig überzogen) ist?
Viele kennen die Geschichte im Talmud über den Mann, der den weisen Hillel bat, ihn die gesamte Tora zu lehren während er auf einem Fuß steht.
Die Tora fordert beim Insolvenzrecht zu einer ungleichen Behandlung von Gläubigern auf. Denn nur so kann ein möglichst faires Ergebnis erzielt werden.
Kurz vor dem Sechstagekrieg gab der Rebbe den Anstoß zu einer “Tefillin-Kampagne”, um das Bewusstsein der Juden zu wecken.