Jitro
Lieber Leser,
vor etwa 3.300 Jahren erschallte heftiges Donnern, der Berg war in Rauch gehüllt, und der Schofarton wurde lauter und lauter – wir empfingen die Tora am Berge Sinai (wie in der dieswöchigen Sidra dargestellt wird).
Der Talmud (Brachot 8a) enthält den folgenden Ausspruch: "Wer immer sich mit Tora und Wohltätigkeit beschäftigt und mit der Gemeinde betet, für ihn rechne Ich es an (sagt der Ewige), als habe er Mich und Meine Kinder aus der Mitte der Völker der Erde befreit."
Die Frage ergibt sich: Warum betont der Talmud in so außerordentlich starken Worten das Verdienst der Tugend, die derjenige sein eigen nennen darf, der sich mit der Tora beschäftigt? Ist denn das Tora-Studium nicht, ganz einfach, die elementare Pflicht jedes Juden? War es nicht gerade diese Aufgabe, die jeder von uns am Sinai auf sich nahm und zu tun gelobte?
Die Antwort ist, dass das Geheimnis in einem besonderen Worte liegt, nämlich in dem Ausdruck "sich beschäftigt". In der Tat ist das Tora-Studium die Pflicht jedes einzelnen, aber ein besonderes Verdienst kommt demjenigen zu, der sich so mit dem Lernen der Tora – wie auch mit Wohltätigkeit und mit dem Gebet – abgibt, wie es ein Geschäftsmann mit seinen Geschäften zu tun pflegt.
Schabbat Schalom
Die ersten fünf Gebote, die in die erste Tafel eingraviert waren, behandeln die Beziehung der Menschen mit G-tt; die zweite Tafel beinhaltet fünf Gebote, die sich mit der Beziehung der Menschen mit ihren Mitmenschen befassen.
Die rechte Seite der Tafeln, die die Pflichten gegenüber G-tt enthält, besteht aus 146 Worten, die linke Seite, die die Pflichten gegenüber anderen Menschen enthält, 26 Worte. Wie können 26 Worte den gleichen Platz beanspruchen wie 146?
„Rabbi, die Tora wurde vor sehr langer Zeit geschrieben. Ihre Gebote waren nie für die moderne Zeit gedacht, für aufgeklärte Menschen mit moderner Technik.“ Diese Perle der Weisheit wurde mir zum letzten Mal vor einigen Wochen während einer Diskussion über die Tora und ihre Gebote an den Kopf geworfen.
In der dieswöchigen Sidra leitet die Tora die Offenbarung am Sinai mit dem Verse ein (Exodus 20, 1): "Und G-tt sprach (hebr.: 'Waj’dabber') all diese Worte, wie folgt (d.h. 'zu sagen'; hebr. "Lemor").
Tu BiSchwat wird in den jüdischen Schriften als »Neujahr der Bäume« bezeichnet. Es ist der Tag des Dankes für die harmonische Beziehung zwischen G-tt, dem Menschen und der Natur.
Das Fest Tu BiSchwat - der 15. des jüdischen Monats Schwat, wird in der Bibel nicht erwähnt. Die älteste Referenz finden wir im Talmud, in dem Tu BiSchwat „das neue Jahr der Bäume“ genannt wird.