Mischpatim
Lieber Leser,
an diesem Schabbat findet die Neumondsweihe des beginnenden Monats Adar Rischon (1. Adar) statt. Das laufende Jahr ist ein Schaltjahr, und es ist dieser Monat Adar Rischon, der in einem solchen Schaltjahr der "zusätzliche" Monat ist; der 2. Adar dagegen ist der "reguläre" Adar.
Der Grund für diese Hinzufügung eines ganzen Monats in einem Schaltjahr ist bekanntlich, dass unser jüdisches Kalenderjahr ein "Mondjahr" ist, ungefähr elf Tage kürzer als das "Sonnenjahr". Dabei ist es jedoch erforderlich, dass unsere Feste in die ihnen entsprechenden Jahreszeiten fallen, also Pessach ins Frühjahr, Sukkot in den Herbst usw. Daraus ergibt sich, dass im Kalender alle zwei oder drei Jahre eine Ausgleichung und "Berichtigung" zu erfolgen hat, damit der durch das "Mondjahr" entstandene "Verlust" wieder aufgeholt werden kann.
Die aus dieser Anordnung des Kalenders für den Menschen selbst zu entnehmende Lehre ist, dass auch jeder einzelne in einem Jahr für die "Verluste" vergangener Jahre Wiedergutmachung leisten kann.
Hinzu kommt allerdings, dass das Schaltjahr nicht nur das Vergangene "aufholt", sondern dass es, gewissermaßen, auch einen "Vorschuss" auf die Zukunft gibt.
So muss der einzelne gleichfalls, von Zeit zu Zeit, nicht nur das in der Vergangenheit Unterlassene richtigstellen, sondern er muss sich der Mühe unterziehen, voranzuschreiten und einen "Vorrat" für die Zukunft anzusammeln.
Schabbat Schalom
Was haben wir getan, ehe es das Internet gab? Wie haben wir ein neues, interessantes Hähnchenrezept für heute Abend gefunden? Wie haben wir uns über Grundpfandrechte informiert, einen Job gefunden, ein Haus gekauft oder mit Gleichgesinnten geplaudert?
Stellen Sie sich vor, jeden Morgen, wenn Sie aufwachen, steht an der Decke Ihres Schlafzimmers eine Frage: “Was soll ich heute tun?”
Unsere Parascha enthält die Gesetze für einen Schomer (Hüter, Verwahrer). Dieser ist für den Gegenstand, der ihm zur Verwahrung gegeben wurde, verantwortlich und muss für seinen etwaigen Verlust die Verantwortung tragen.
Cyberspace, äußeres Weltall, inneres Weltall. Genom Karten, Globalisierung, wir fliegen zum Mars. Smart cards, kluge Bomben, Stammzellen und Handys. Wir können es nicht leugnen: wir leben im Neuen Zeitalter. Sciencefiction ist wissenschaftlicher Fakt geworden.
Die Tora fordert beim Insolvenzrecht zu einer ungleichen Behandlung von Gläubigern auf. Denn nur so kann ein möglichst faires Ergebnis erzielt werden.
Im heutigen Wochenabschnitt steht: „über jedes Vergehen und jeden Verlust, von dem gesagt wird, dass er dies ist, bis zu den Herren wird gebracht das Wort von beiden... doppelt wird er zahlen seinem Nächsten“.