Teruma
Lieber Leser,
Die dieswöchige Sidra beginnt mit diesen Worten: "Sprich zu den Kindern Israel, dass sie Mir eine Hebe nehmen; von jedem, dessen Herz ihn zum Spenden willig macht, sollt ihr Meine Hebe nehmen." Und (Vers 8): "Sie sollen Mir ein Heiligtum machen ..." Die Israeliten damals waren sich völlig über den ideellen, geistigen Wert des Heiligtums im Klaren; und daher spendeten sie bereitwillig, um so seine Errichtung zu beschleunigen.
Heutzutage sind die Synagoge und die Religionsschule an die Stelle des Heiligtums getreten; sie sind das "Mikdasch Me’at", das "kleinere Heiligtum", und damit sind sie die hauptsächliche Kraftquelle für die Erhaltung und den Weiterbestand unseres Volkes. Jede nur denkbare Anstrengung muss gemacht werden, damit unsere Jeschiwot, unsere Tagesschulen und unsere anderen religiösen Einrichtungen in angemessener Weise erhalten werden.
Schabbat Schalom
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Vor kurzer Zeit ist die erste deutsche Übersetzung des Siddurs "Tehillat Haschem" erschienen. Auch unser Webseiten-Team hat intensiv, vorrangig in der Lektoriatsarbeit, an der Verwirklichung des Siddur mitgewirkt. Einen Einblick in diesen außergewöhnlichen Siddur erhalten Sie hier und erwerben können Sie ihn hier.
Nach der Offenbarung am Sinai und dem Erhalt der Thora gebot G-tt dem jüdischen Volk Ihm ein Heiligtum zu errichten. Der Sinn des Heiligtums bestand darin, G-tt eine Stätte zu bauen, in der Er weilen und Sich offenbaren kann.
Die dieswöchige Parascha berichtet uns vom Bau des Mischkan, dem mobilen Heiligtum, welches das jüdische Volk auf seiner Wanderschaft durch die Wüste begleitete. Die Wände des Mischkan bestanden aus Holzplanken, die aus Akazienholz geschnitten waren.
Zum Beginn der Parascha wird das jüdische Volk aufgefordert, für das Heiligtum G-ttes in der Wüste zu spenden. Weil das Wort „Teruma“ (Spende) gleich drei Mal im selben Satz verwendet wird, lernen unsere Weisen, dass es sich hier um drei verschiedene Spenden handelt.
Die Tora ist real, solide und die unveränderliche Verkörperung der Wahrheit. Aber sie betritt auch die Ebene der Fantasie. Wie ist beides zugleich möglich?
Das Volk Israel wird aufgefordert, dreizehn Materialien zu spenden. Auf dem Gipfel vom Berg Sinai bekommt Moses genaue Anweisungen, wie er diese Wohnstatt für G-tt bauen soll. Im inneren Raum des Heiligtums ist hinter einem kunstvoll gewebten Vorhang die Bundeslade, die die Steintafeln mit den eingravierten Zehn Geboten enthält.