Wajeschew
Lieber Leser,
der erste Vers der dieswöchigen Sidra lautet (Genesis 37, 1): Wajeschew Ja'akow Jakob verweilte – B'erez M'gurej Awiw – im Lande des Aufenthaltes seines Vaters – B'erez K'na'an – im Lande Kanaan. Der Meseritscher Maggid pflegte diesen Vers wie folgt zu erklären:
Wajeschew Ja'akow: Jakob hatte sich etabliert. B'erez: in irdischen Angelegenheiten. Zu welchem Zwecke? M'gurej (ein Ausdruck für Einsammeln): um die Heiligkeit zu gewinnen und zu sammeln, die dem Materiellen innewohnt, und sie emporzuheben zu – Awiw – seinem Vater im Himmel.
Obwohl es an sich zuerst einmal einen (geistigen) Niedergang bedeutet, wenn man sich zu sehr mit materiellen Dingen einlässt, so ist dies doch nur ein vorübergehender Zustand; in Wahrheit liegt darin die einzige Möglichkeit, um eine Besserung zu erzielen. Aus diesem Grunde – so geht die Erklärung weiter – fügt die Tora hinzu: B'erez K'na'an (K'na'an als ein Ausdruck für Handel und Geschäft – s. Secharja 14, 21 und Raschi z. St.); im Geschäft investiert man zuerst Kapital, um dann später einen Gewinn zu sehen.
Die hierin enthaltene Anweisung ist diese: Ein Jude soll sich nicht zu sehr für "große" Dinge interessieren, sondern seine Aufgabe besteht eher in der Wahl und im Einsammeln der Funken von Heiligkeit, die den kleinen weltlichen Angelegenheiten des Alltags innewohnen. Zu welchem Zweck? Für Awiw – seinen Vater im Himmel. Der Midrasch vergleicht die Juden mit den Bienen. So wie alles, das die Biene einsammelt, ihrem Besitzer gehört und ihm zugute kommt, so ist alles, was der Jude tut, für seinen Himmlischen Vater und nicht für seines persönlichen Profit bestimmt.
Schabbat Schalom
Kürzlich hörte ich im Autoradio, wie eine weltbekannte Reisende erzählte, dass sie die wirklich unvergesslichen Dinge und wahrhaft ungewöhnlichen Momente in den eigenen vier Wänden erlebt.
"Nichts wissen ist prima!"- wie einfach - und wie wahr! Falls Du die Ungerechtigkeit der Welt nicht mehr aushalten kannst, schließe einfach die Augen und denke, es wäre nicht so.
Zu Beginn der dieswöchigen Sidra berichtet die Tora von Josefs Träumen. Seinen ersten Traum erzählte er in diesen Worten (Genesis 37, 7): "Siehe, wir banden Garben auf dem Felde und Eure Garben bildeten einen Kreis und bückten sich vor meiner Garbe."
Was verleiht der Praxis des Judentums Vitalität und Wärme und ist gleichzeitig auch ein Vorgeschmack auf das messianische Zeitalter? Versuch einer Antwort von Ron Horwitz
Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß die Welt das Buch Genesis wieder entdecken will. Bestseller erforschen seine Wunder, und in Fernsehserien wird – fast in der Art des Talmuds – darüber diskutiert.
Es gibt nicht viele Bestimmungen für eine koschere Menora und die meisten – wenn auch nicht alle – auf dem Markt erhältlichen Exemplare sind völlig in Ordnung.
Heilige Worte über den Wein läuten den Schabbat ein. Wir nennen diesen Überleitungsprozess „Kiddusch“. Es ist eine magische Brücke aus rituellen Sätzen und Wein der uns hinüberführt von einer hektischen Woche zum Tag der Ruhe.