Ki Teze
Lieber Leser,
die dieswöchige Sidra schließt mit der "Paraschat Sachor" ab, in der auf den heimtückischen Angriff Amaleks auf die Israeliten kurz nach deren Auszug aus Ägypten Bezug genommen wird. Dieser Absatz wird im Laufe des jüdischen Jahres noch ein zweites Mal in der Synagoge vorgetragen, und zwar am "Schabbat Sachor" dem Schabbat vor Purim.
Mehreren traditionellen Ansichten zufolge ist diese Vorlesung von "Paraschat Sachor" vor Purim eine direkte Tora-Vorschrift; denn darin enthalten ist das positive Gebot, dessen eingedenk zu bleiben, was Amalek getan hat. Zudem ist hiermit noch ein negatives Gebot verbunden, nämlich: "Vergiss es nicht"; und darauf berufen sich die Ansichten all derjenigen, die auch den Frauen das Anhören dieses Absatzes zur Pflicht machen. Aus alledem kann man sofort entnehmen, wie überaus wichtig diese Mizwa ist: Jeder einzelne ist verpflichtet, sie einzuhalten.
Gewiss, die Einzelperson ist nicht in der Lage, persönlich gegen Amalek zu Kriege zu ziehen und ihn zu vernichten (manche sagen, dies gehe nur Könige an); aber sollte man sogar der Meinung beistimmen, dass jeder einzelne hiermit doch angesprochen ist, bleibt doch die rein physische Ausführung des Gebotes unmöglich, und zwar aus zwei Gründen: Erstens geht es nur an, wenn Israel stark und autonom ist, und zweitens auch dann nur, wenn man genau weiß, wer die Nachkommen von Amalek tatsächlich sind. Wenn der Maschiach gekommen ist, dann allerdings wird es auf jeden Fall möglich sein, diese Mizwa im physischen Sinne auszuführen.
Im geistigen Sinne dagegen muss diese Mizwa von jedem Juden, Mann oder Frau, eingehalten werden – und das heute!
Schabbat Schalom
Manche nennen ihn „den langwierigsten Hass der Welt“. In allen Ländern und auf allen Kontinenten hebt er sein hässliches Haupt, sei es als rohe Bigotterie, sei es in subtiler Form. Antisemitismus ist eine Tatsache.
Wenn Sie aus dem Bett gekrochen sind und sich den Schlaf aus den Augen gerieben haben – wie viel nehmen Sie dann vom Mode Ani in den Tag mit? Ja, Sie räumen acht Sekunden lang ein, dass Sie Ihr Leben G-tt verdanken; aber welchen Einfluss hat das auf den Rest des Tages?
Cross-Dressing kann zu unmoralischer Freizügigkeit führen. Das Tragen der Kleidung einer Frau würde es einem Mann ermöglichen, sich unangemessen unter Frauen zu mischen und umgekehrt.
Um diese Zeit fangen vielerorts die neuen Schuljahre an; und da ist es, wie immer, angebracht, der Erziehung unserer Kinder einige ernste Gedanken zu widmen.
Elul ist der letzte Monat des Jahres, eine Zeit der guten Vorsätze. Wir verbessern, was noch nicht vollkommen ist.
Der Rambam schreibt: Tschuwa bringt jene näher zu G-tt, die sich von ihm entfernt haben. Vor seiner Reue gilt der Sünder als unwürdig vor G-tt. Nach seiner Reue wird er geliebt und steht G-tt nahe wie ein Freund. Ist das nicht erstaunlich?
Es ist ein alter Brauch, im Monat Elul mehr Zeit für das Gebet und das Sprechen der Tehilim aufzubringen. Sogar gelehrte Juden, die sehr oft die Torah studieren, widmen dem Gebet und den Tehilim in diesen Tagen noch mehr Zeit.