Mischpatim
Lieber Leser,
wir können die Mizwot, die Gebote, die G-tt den Menschen auferlegt hat, in drei Gruppen einteilen:
Mischpatim: Soziale Regeln, die denen jeder Gesellschaft ähneln.
Edut: Das Vermächtnis unserer Kultur und Geschichte. Jede Gesellschaft möchte, dass ihre Vergangenheit lebendig bleibt.
Chukim: Überrationale Gebote, die nur G-tt versteht und die Sterbliche nur befolgen, weil sie gläubig sind.
Der neue Wochenabschnitt heißt Mischpatim. Er handelt also von der ersten Kategorie, den sozialen Geboten, die eine logische Grundlage haben. „Und dies sind die Mischpatim, die ich vor euch lege“, beginnt der Text.
Es ist ungewöhnlich, dass ein Text mit „und“ anfängt. Darum zieht der Midrasch einen Vergleich zwischen diesem Tora-Abschnitt und dem vorigen. Der Zusammenhang ist enger als zwischen anderen benachbarten Abschnitten. Jitro, der vorige Wochenabschnitt, handelte von den zehn Geboten am Sinai. Diese stellen die weltliche Moral den g-ttlichen Geboten gegenüber, um uns daran zu erinnern, dass vernünftige Urteile ebenfalls auf dem Willen G-ttes basieren müssen, nicht auf den Regeln der Gesellschaft. Mischpatim erläutert dieses Prinzip genauer.
Schabbat Schalom
In Mischpatim lesen wir diese Woche, daß G-tt dem Mosche viele Gesetze übergab, damit dieser sie den Juden "vorlege". Warum hat G-tt "vorgelegt" und nicht befohlen? Dafür gibt es zwei Gründe.
Was haben wir getan, ehe es das Internet gab? Wie haben wir ein neues, interessantes Hähnchenrezept für heute Abend gefunden? Wie haben wir uns über Grundpfandrechte informiert, einen Job gefunden, ein Haus gekauft oder mit Gleichgesinnten geplaudert?
Unsere Parascha enthält die Gesetze für einen Schomer (Hüter, Verwahrer). Dieser ist für den Gegenstand, der ihm zur Verwahrung gegeben wurde, verantwortlich und muss für seinen etwaigen Verlust die Verantwortung tragen.
In der heutigen Sidra findet sich der Ausdruck "W’rapo j’rape" – er soll bestimmt heilen (Exodus 21, 19). Hieraus entnehmen wir, so bemerken unsere Weisen, dass ein Arzt heilen darf.
Wissenschaftler haben kürzlich demonstriert, dass sie einer Kuh Stammzellen entnehmen und daraus einen Burger herstellen können, der aussieht, sich anfühlt und auch fast wie ein Echter schmeckt. Was sagt das Jüdische Recht dazu?
Es ist ziemlich einfach. Wenn Du koscheres Fleisch haben möchtest, dann gehe zu einem koscheren Metzger oder such abgepacktes koscheres Fleisch im Supermarkt. Aber was ist koscheres Fleisch?