Waetchanan
Lieber Leser,
die dieswöchentliche Sidra spricht nochmals von der Offenbarung der Zehn Gebote. Das erste Wort, das vom Berge Sinai herunterschallte (Deut. 5, 6) war "Anochi" – "Ich" (bin der Herr, dein G-tt usw.). Der Midrasch bemerkt, dass "Anochi" ein ägyptisches Wort ist.
Die zehn Gebote sind gewissermaßen ein Abriss der ganzen Tora. Die ersten zwei Gebote wiederum fassen alle zehn zusammen: alle positiven Gebote kommen unter die Kategorie "Ich bin der Herr, dein G-tt", während alle Verbote (negativen Gesetze) in die allgemeine Klasse fallen "Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben". Das erste Wort des ersten Gebotes – Anochi – ist die Überschrift des ganzen Dekalogs. Dieses Wort "Anochi" – "Ich" – deutet das höchstmögliche Attribut G-ttes an; sein Sinn ist: "Ich, der Ich über allem Begreifen und Verstehen stehe; Ich, der Ich mit keinem Worte oder Namen beschrieben werden kann; Ich bin, der Ich bin."
Wie erstaunlich ist es dann, zu erfahren, dass sich dieses "Wort der Wörter" nicht aus reinem Hebräisch ableitet, aus der "Heiligen Sprache", sondern aus der Sprache der Ägypter, des Volkes, das zu jener Zeit das moralisch verderbteste aller war!
Dieser Tatsache wohnt folgende Bedeutung inne: Es war das Ziel jener einmaligen, nie mehr wiederholten G-ttlichen Offenbarung am Berge Sinai, dass sie nicht nur das Gebiet der "Heiligen Sprache" – d.h. rein heilige Angelegenheiten – betreffen sollte; sondern sie sollte schließlich auch das Gebiet der ägyptischen Sprache durchdringen, d.h. den absoluten Gesatz der Heiligkeit. In anderen Worten: Im alleresten Augenblick Seiner Offenbarung an Sein Volk zeigte G-tt an, dass die Tora nicht zu einer "Synagogen-Religion" sondern zu einem lebendigen Glauben werden sollte, mit Einfluss und Auswirkung auf alle Gebiete des weltlichen Lebens.
Schabbat Schalom
Therapeuten sind nett und teuer, und es gibt Zeiten, in denen sie gebraucht werden. Aber nicht jedes Problem braucht Therapie. Manchmal genügt ein Mensch, der uns kennt und sich um uns kümmert, ein weiser Mensch mit etwas Lebenserfahrung.
Jankele wähnte sich im Glück. Anstatt dieses Jahr ins Ferienlager zu fahren, ließen die Eltern ihn seine Cousins in Israel besuchen. Er landete am Dienstag und bereits am Mittwochmorgen stand er zum ersten Mal im Leben an der Kotel HaMarawi (Klagemauer).
Beim Tora-Lernen gibt es mehrere Ebenen und mehrere Phasen. Die Tora gehört zu jeder Phase der Existenz einer Person.
Am heutigen Schabbat, "Schabbat Nachamu" genannt, wird die erste Haftara der auf den 9. Aw folgenden "Sieben (Haftarot) der Tröstungen" vorgelesen. Diese Haftara beginnt mit den Worten (Jesaja 40, 1): "Tröstet euch, tröstet euch, Mein Volk".
Das Konzept der Ehe besteht im Judentum nicht nur zwischen Männern und Frauen, vielmehr wird unser gesamtes Verhältnis zu unserem Schöpfer als eine Ehe betrachtet.