Jitro
Lieber Leser,
in der dieswöchigen Sidra schildert die Tora, wie das Volk der Israeliten, sieben Wochen nach seinem Auszuge aus Ägypten, das bedeutsamste Ereignis in seiner gesamten Geschichte erlebte – die Entgegennahme der Tora am Berge Sinai.
Die ersten Gebote, die ihnen vom Berge entgegenschallten, gaben den erhabensten Ideen der Einheit G-ttes Ausdruck (Exodus 20, 2 ff): "Ich bin der Ewige, dein G-tt. Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben". Es ist nicht allzu schwierig, zu begreifen, warum diese sublimierten Gedanken von G-tt selbst, in all Seiner Herrlichkeit, Seinem Volke dargeboten wurden.
Die späteren Gebote jedoch – "Du sollst nicht morden, du sollst nicht stehlen" usw. – sind eigentlich für jede normale menschliche Gesellschaftsordnung so grundlegend, dass sie seit frühesten Zeiten in den meisten Staatsgesetzen oder Verfassungen vorzufinden sind. War es daher wirklich nötig, diese am Sinai selbst aufzustellen (oder zu wiederholen), mit all der ehrfurchtgebietenden Majestät G-ttlicher Offenbarung? Wären sie nicht auch ohnedies alsbald als Grundsätze der sozialen Struktur des jüdischen Volkes festgelegt worden?
Dazu denn ist zu sagen, dass diese Offenbarung durch G-tt einen sehr triftigen Grund hatte und einen ebenso wichtigen Zweck verfolgte: Wir müssen derlei "selbstverständliche" Vorschriften wie "nicht zu töten" oder "nicht zu stehlen" gerade deshalb befolgen, weil sie uns von G-tt geboten worden sind. Jedermann muss sich vor dem Morden hüten, und zwar nicht allein deshalb, weil das Blutvergießen eine durch und durch asoziale Tat ist und in krassestem Widerspruch zu jedem menschlichen Verhalten steht, sondern weil G-tt es so befohlen hat.
Schabbat Schalom
Wenn G-tt allmächtig und endlos ist und wenn Religion aus Geboten, Verboten und Ritualen besteht, kann man G-tt wohl kaum „religiös“ nennen. Wenn G-tt alle Grenzen und jede Definition sprengt, können wir dann mit ihm Verbindung aufnehmen, indem wir unser bereits endliches und eingeengtes Leben noch mehr einengen?
Das Wort Tora bedeutet Lehre. Die Tora ist eine Lehre, welche dem Menschen zeigt, wie er sein Leben führen soll. Die Gesetze der Tora werden Mizwot genannt. Das Wort Mizwa bedeutet Gebot.
Fragen Sie Freunde oder sich selbst: Worin unterscheiden sich Juden von Nichtjuden? Sie können dabei interessante Antworten erhalten.
Ich wohne jedoch leider in Connecticut und alles, was ich sehe, ist Schnee und verlassene Bänke. Viele jüdische Feiertage – ganz gleich wo wir sind – folgen dem klimatischen Zyklus des Heiligen Landes.
Am fünfzehnten des Monat Schwat ist Rosch Haschana für die Bäume (Mischna Rosch Haschana Kap 1:1). Nicht nur der Mensch, auch die Bäume haben ihren Rosch Haschana. An diesem Tag wird jeder Baum einer sorgfältigen Betrachtung unterzogen.
Die Übersetzung des Wortes Mizwa lautet Befehl / Verordnung. Mizwa erscheint etwa 300 Mal in den fünf Büchern Moses, - in verschiedenen Formen, jedoch der gleichen Bedeutung.