Lieber Leser,

Matot-Masej berichtet von allen Aufenthalten während der Wanderung aus Ägypten und durch die Wüste. Der Abschnitt zählt nur wenige Details unserer Abenteuer auf, und er wiederholt auch nicht (wie andere Stellen) die Segnungen und Gebote, die wir empfingen. Er zeichnet kein genaues Bild der Ereignisse, sondern erzählt ganz trocken, wo wir waren, als würden wir Urlaubsfotos ansehen.

Matot-Masej endet mit Bamidbar oder Numeri. Das allein könnte ein Grund für eine Rückschau sein. Wir lesen vom bevorstehenden Einzug in Kanaan und erfahren, dass das jüdische Volk dieses Land als Vermächtnis des H-rrn besitzen soll. Vor allem aber geht es um einen Übergang, um die Erkenntnis, dass wir von nun an mehr Verantwortung tragen müssen. Darauf hatte sich das Volk während der Wanderung vorbereitet.

Die ersten vier Bücher der Tora – Genesis, Exodus, Leviticus und Numeri – geben die Worte G–ttes wider. Obwohl die ganze Tora von G–tt stammt, enthält das letzte Kapitel – Dwarim oder Deuteronomium – die Worte Mosches. Es ist ein Abschied von den Kindern Israel, eine Erinnerung an alles, was sie durchgemacht haben, und ein Loblied Mosches an den H-rrn.

Es ist also mehr als ein Übergang von einem Buch zum anderen. G–tt entlässt uns ins Erwachsenenalter und gibt uns die Chance zu werden, was er uns bestimmt hat. Er erlaubt Mosche, zu uns und für uns zu sprechen. Jetzt erklingt die Stimme des Menschen, weil wir nun dafür reif sind. Wir sind lange genug gereist, und die alte Generation, die voller Zweifel war, ist fast gestorben. Jetzt leben neue Juden, die der Welt G–ttes Wort und Licht durch die Mizwot bringen werden.

Chasak, Chasak weNisChasek

Schabbat Schalom