Wajikra
Lieber Leser,
am Schluss der dieswöchigen Sidra Wajikra diskutiert die Tora die Vorschrift, die eine Person betrifft, der die Obhut einer Sicherheit oder eines Pfandes anvertraut worden ist.
Der Talmud (Eruwin) erzählt, dass R. Jehuda Hannasi (der Fürst) die Gepflogenheit hatte, reiche Männer besonders zu ehren. Beim ersten Blick erscheint ein der artiges Verhalten unverständlich. Warum sollte der Besitz von Reichtümern jemanden mehr ehrenwert machen?
R. Jehudas scheinbar seltsames Verhalten liegt in seinem Verständnis für das wahre Wesen von Reichtum begründet. Güter und jedes andere Besitztum sind in Wahrheit "Pfänder" oder Hinterlegungen, von G-tt der Einzelperson auf ihre kurze Lebensdauer anvertraut. Es muss klar sein, dass eine größere Summe eine größere Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit der betreffenden Person voraussetzt, der das Pfand anvertraut ist. Daher – so schloss R. Jehuda – bezeugt die Tatsache, dass G-tt diesem Mann ein solch großes Vermögen anvertraut oder ihm eine so mächtige Stellung geschaffen hat, dass sein Kredit "gut" ist und der Ewige auf ihn das Vertrauen setzt, dass er seinen Reichtum, seine Macht oder Stellung zum Guten nutzen wird. Dieser Person gebührt daher ganz bestimmt Ehrerbietung.
Schabbat Schalom
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Vor kurzer Zeit ist die erste deutsche Übersetzung des Siddurs "Tehillat Haschem" erschienen. Auch unser Webseiten-Team hat intensiv, vorrangig in der Lektoriatsarbeit, an der Verwirklichung des Siddur mitgewirkt. Einen Einblick in diesen außergewöhnlichen Siddur erhalten Sie hier und erwerben können Sie ihn hier.
Wer kennt nicht die heikle Debatte über die Wichtigkeit humanitären Verhaltens gegenüber g-ttgegebenen Geboten. Zwar predige die Thora auch zwischenmenschliche Gebote, aber klar sei doch, dass den Mitzwot, die von der Beziehung zwischen G-tt und Mensch handeln, Vorrang gegeben wird, lautet dann die Anklage.
Wajikra bedeutet "Und Er rief." Es ist der Name des dritten Chumasch sowie dessen erstes Wort. Wenn wir uns das Wort Wajikra in der Tora betrachten, fällt uns dabei auf, dass ein Buchstabe eine besondere Schreibweise hat.
Die Tieropfer, von denen in der dieswöchigen Parascha die Rede ist, fallen nach dem Rambam unter die Kategorie “Chukim" d.h. dem Menschen unverständliche Gebote (Mizwot), die man befolgt, weil es G-tt geboten hat, ohne nach der Ursache zu fragen.
Der Chassidismus lehrt viel über die dualen, widerstreitenden Kräfte in uns. Einerseits gibt es die menschliche Seele, die instinktiv und praktisch handelt und unbedingt überleben will.
Eine kurze Biographie mit einem besonderen Augenmerk auf diese Bereiche: "Die frühen Jahre", "Ihre Heirat", "Die Jahre des Krieges", "In Amerika", "Die Rebbetzin", "Ihr Name", "Ihre wahre Größe", "Ihr Ableben" und "Ihr Erbe".
In Nikopol im Norden Bulgariens lebte einmal ein Tora-Gelehrter namens Reb Josef. Obwohl er am liebsten die Tora studierte, bestand er darauf, hart zu arbeiten, um seine Familie zu ernähren. Darum ging er eine geschäftliche Partnerschaft mit einem Bekannten ein und eröffnete ein Geschäft.
