Lieber Leser,

in der dieswöchentlichen Sidra erreichen die intensive Unterdrückung der Israeliten in Ägypten und ihr schweres Leiden ihren Höhepunkt. So furchtbar wurden die Zustände, dass Moses sich gezwungen sah, G-tt anzurufen: "Warum hast Du diesem Volke so viel Unglück beschieden ...? und Dein Volk hast Du nicht gerettet" (Exodus 5, 22-23). Nicht einmal Moses, der doch G-tt völlig ergeben und Ihm getreu war, konnte eine Erklärung für das gewaltige Elend und die Finsternis des Exils finden. Doch kurz danach änderte sich das Bild vollständig und dramatisch. Unmittelbar nach dieser dunkelsten Stunde des ägyptischen Exils setzte G-tt den Erlösungsprozess in Gang. Als scheinbar alle Hoffnung aufgegeben war, gerade in dem Augenblick schienen den Juden die ersten Strahlen einer neuen Morgenröte.

Bekanntlich ist die Nacht immer am allerdunkelsten gerade kurz vor der Morgendämmerung. Unsere Weisen vergleichen die Diaspora mit der Nacht. So war es auch damals: als die Not der Juden auf einen solchen Grad anstieg, dass selbst Moses klagte: "Warum hast Du so viel Unglück beschieden ...?", da war der Augenblick, da die ersten Strahlen der Erlösung zu sehen waren.

Schabbat Schalom

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