Lieber Leser,

wir haben die Tora als Handbuch des Lebens bekommen. Das wird besonders deutlich in einem Abschnitt wie Waetchanan, den wir diese Woche lesen. Hier sät Mosche die Saat für den Talmud aus, indem er die zehn Gebote bekräftigt und kommentiert.

Außerdem sät er die Saat der modernen Religion — nicht indem er über die Mysterien des Universums doziert, sondern indem er über Tatsachen spricht: über das Leben der Juden in der Wüste. Gewiss, die Religion will uns zu besseren Menschen machen; aber sie muss zunächst einmal unsere Bedürfnisse berücksichtigen, sie muss also wie eine Marketingstrategie unsere Eigeninteressen als Hebel benutzen.

Warum sollen wir bessere Menschen werden? Weil wir dadurch andere ermuntern, ebenfalls besser zu werden. Wir erzeugen eine Atmosphäre der Moral und der Rechtschaffenheit, die sich immer weiter ausdehnt.

Schabbat Schalom