Chaje Sara
Lieber Leser,
der Tora-Abschnitt dieser Woche bedeutet „Das Leben Saras“. Das wirft eine naheliegende Frage auf. Der Abschnitt berichtet von Saras Tod und Begräbnis – warum also heißt er „Das Leben Saras“?
Nun, damit will die Tora uns lehren, dass jeder Mensch in gewisser Hinsicht unsterblich werden kann – nicht nur auf der spirituellen Ebene, wo jede Seele ewig lebt, sondern auch im Gedächtnis dieser materiellen Welt.
Der Wochenabschnitt befasst sich mit drei Ereignissen: Abraham kauft in Hebron eine Grabstätte für Sara (das war sein erster Landkauf in Israel); er sucht eine Frau für Jizchak; und er setzt Jizchak als Erbe ein.
Alle diese Ereignisse spiegeln Saras Lebenswerk wider. Als Frau setzte sie durch, dass G–ttes Versprechen an Awraham, Israel werde dem jüdischen Volk gehören, keine abstrakte Zusage blieb, sondern Wirklichkeit wurde. Der Beweis dafür war der Kauf der Höhle von Machpela. Von da an besaßen die Juden ein Stück vom heiligen Land, und alle Völker der Welt erkannten diesen Besitz an.
Sara wünschte, dass ihr Sohn heiraten und für den Fortbestand ihrer Familie sorgen solle. Darum wurde Rebekka für ihn ausgewählt. Unsere Weisen erläutern, Jizchak habe Rebekka von dem Augenblick an geliebt, als er erkannte, dass sie die spirituellen Tugenden Saras besaß. Und als Awraham sein Erbe verteilte, gab er „Jizchak alles, was er hatte“, so dass seine anderen Kinder nur „Geschenke“ erhielten. Das zeigt, welchen Einfluss Sara auf ihn hatte; denn sie hatte ja zu ihm gesagt: „Die Söhne der Mägde werden neben meinem Sohn Jizchak nicht erben.“
Insofern erzählt dieser Wochenabschnitt also doch vom Leben Saras; denn die Ereignisse spiegeln ihren anhaltenden Einfluss wider und bekräftigen, dass dieser Einfluss auch nach ihrem Tod erhalten blieb.
Schabbat Schalom
Unser Wochenabschnitt erzählt uns über den ersten Schiduch (Ehevermittlung) im jüdischen Volk. Elieser, der Knecht Awrahams, sollte für Itzchak eine Frau finden. Als er an einem Brunnen ankam, betete er zu G-tt, dass er die richtige Frau für Itzchak finden möge.
In der dieswöchigen Sidra wird die Lebensgeschichte Abrahams, des ersten Juden, zu Ende geführt. Die überaus große Liebe G-ttes für Abraham und für seine Nachkommen windet sich wie ein goldener Faden durch die Schilderungen, die die Tora über unsere Stammväter gibt.
Ein uralter Beruf in der jüdischen Geschichte, im Leben und in der Tradition ist der Schadchan – allgemein bekannt als Heiratsvermittler. Dieser Beruf war einst so beliebt, dass er sogar in der Halacha, dem jüdischen Gesetz, einen Platz fand.
Warum wurde es ursprünglich auf Aramäisch und nicht auf Hebräisch verfasstund warum wird es auch heute noch in dieser Sprache geschrieben?
