Wajakhel
Lieber Leser,
eines der grössten Paradoxe in einem gläubigen Leben betrifft die Notwendigkeit, für einen Lebensunterhalt zu arbeiten. Wenn G-tt die Quelle alles Segens ist, wozu müht man sich ab um ein Einkommen zu verdienen? Und wenn wir arbeiten, wie können wir dann den Gedanken vermeiden, dass es einzig unsere Arbeit ist, die materielle Ergebnisse liefert? Wir scheinen zerrissen zu sein zwischen absoluter Passivität und dem Leugnen von G-ttes Wirken in der Welt.
Also begibt sich ein gläubiger Mensch auf einen Weg, den man „passive Arbeit“ nennen kann. Am Beginn des Wochenabschnitts „Wajakhel“, fordert Moses das Volk Israel auf:
Sechs Tage soll Werk getan werden, doch am siebenten Tag soll dir ein heiliger Tag sein, ein Schabbat der Schabbate für G-tt...
Es heisst hier nicht „Sechs Tage sollst du arbeiten“, sondern „Sechs Tage soll Arbeit getan werden“. Die passive Form lässt anklingen, dass sogar während der sechs Werktage der Woche, wenn es Juden erlaubt ist und sie verpflichtet sind zu arbeiten, sie zwar beschäftigt aber nicht überbeschäftigt sein sollen mit materiellem Streben.
Schabbat Schalom
Unser Wochenabschnitt schildert uns über den besonderen Eifer des jüdischen Volkes, für den Aufbau des Heiligtums zu spenden. Sie alle, Männer, Frauen und Kinder, wollten daran teilhaben. Sie spendeten sogar mehr, als notwendig war.
Die Tora bezeichnet die Menschen, die das Heiligtum bauen und einrichten durften, wiederholt als „weise im Herzen“.
In der dieswöchigen Sidra berichtet die Tora, dass alle Juden – Männer, Frauen und Kinder – Gaben für das Heiligtum herantrugen, und zwar mehr, als eigentlich notwenig war. Die Abgabe des halben Schekels unterlag Beschränkungen, sowohl was den Betrag anging wie auch in Bezug auf den Spender selbst.
Schabbat ist ein Tag der Heiligkeit, der sich von den anderen Tagen der Woche abhebt. Die besonderen Regeln, die den Schabbat betreffen, bewahren seine Heiligkeit und seine Schönheit.
