Nizawim-Wajelech
Lieber Leser,
Rosch Haschana, der ernste Festtag steht bevor. G-tt hat diesen Tag so angesetzt, dass Rosch Haschana nicht auf das Datum des Anfangs der Schöpfung fällt, sondern spezifisch auf den Jahrestag der Erschaffung des Menschen (also den sechsten Schöpfungstag). Darin liegt eine sehr tiefe Bedeutung: Die Erschaffung des Menschen brachte nicht nur den Schöpfungsvorgang zum Abschluss, sondern mit ihm erreichte die gesamte Schöpfung erst ihre Vollendung und Erfüllung. Die Erschaffung des Menschen gab der Welt ihre Vollständigkeit – nicht allein deshalb, weil nun das letzte und höchstgestellte Lebewesen verwirklicht war, sondern auch deshalb, weil der Mensch dasjenige Geschöpf ist, welches alle anderen Geschöpfe zu ihrer endgültigen Erfüllung heranleiten kann, muss und schließlich auch wird.
Schabbat Schalom
Vor dem Eintritt in das Heilige Land schloss G-tt mit dem Volk Israel erneut einen Bund. Unter anderem heißt es dort: Und nicht nur mit euch allein schließe Ich diesen Bund . . . sondern mit dem, der heute hier mit uns ist, wie auch mit dem, der heute nicht mit uns ist.
Im Tora-Abschnitt dieser Woche spricht Moses sowohl über das zukünftige Exil unseres Volkes als auch über unsere Erlösung.
Unser Wochenabschnitt handelt von dem Gebot „Hakhel“: Zur Zeit des Tempels versammelte sich das jüdische Volk einmal in acht Jahren (nach dem Schmita-Jahr zum Sukkotfest) im Tempel und lauschte, wie der König gewisse Abschnitte aus der Thora verlas.
Und Moses ging hin und redete diese Worte zu ganz Israel, und er sprach zu ihnen: "Einhundertundzwanzig Jahre bin ich heute alt..." [Dwarim 31, 1-2].
Aus der Liturgie ist uns bekannt, dass am Schabbat Meworchim der kommende Monat des jüdischen Kalenders gesegnet wird. Vor dem Beginn des Mussaf-Gebetes in der Synagoge werden von der Gemeinde bestimmte Bitten zur "Erneuerung des Monats" ausgesprochen und dann vom Vorbeter wiederholt.