Wa-era
Lieber Leser,
die dieswöchentliche Sidra führt einen Teil der Plagen auf, mit denen die Ägypter bestraft wurden, womit dann der Auszug der Israeliten aus Ägypten schnell herbeigeführt wurde.
Einer der wesentlichsten Aspekte dieses Auszuges ist die Hast und Eile, mit der er sich vollzog. Als die Stunde der Befreiung schlug, verließen die Juden das Land sofort; sie ließen auch nicht einen einzigen Augenblick vergehen, oder – wie unsere Weisen es ausdrücken – sie machten sich auf, "ohne mit der Wimper zu zucken". Unsere Weisen fügen hinzu, dass die günstige Gelegenheit für ihre Befreiung für immer verloren worden wäre, wenn die Juden gezögert und den richtigen Augenblick verpasst hätten. Diese Feststellung erscheint beinahe unverständlich; denn die Zehn Plagen, die die Ägypter zu einer tatsächlichen Vertreibung der Juden veranlassten, hatten sich doch ereignet. Weshalb war dann Eile in diesem Augenblick so dringend geboten?
Die Erklärung dafür ist folgende: Die Gefahr, dass die Gelegenheit verpasst würde, lag nicht darin, dass die Ägypter sich vielleicht eines anderen bedenken könnten, sondern darin, dass manche Juden selbst sich die Sache möglicherweise wieder anders überlegt hätten, besorgt darüber, dass sie ihre gewohnte Lebensweise ändern und für eine neue Kultur und Gesellschaftsordnung in der Wüste austauschen mussten.
Die Juden sind angehalten, an jedem einzelnen Tage ihres Lebens den Auszug aus Ägypten erneut zu durchleben. Eines jeden Juden persönlicher "Auszug aus Ägypten" stellt seine eigene Erlösung von der Dienstbarkeit unter die Diktate seines Körpers und seine sinnlichen Neigungen dar. Die oben erwähnte Episode lehrt uns daher, dass wir nicht zögern dürfen, wenn immer sich die Gelegenheit bietet, diesen "Exodus" zu vollziehen, d.h. spirituell auf eine höhere Ebene anzusteigen.
Schabbat Schalom
In unserer Parascha wird erzählt, wie G-tt das Land Ägypten mit den zehn Plagen zu schlagen begann. Diese Plagen hatten einen ganz besonderen Zweck.
Hört sich das an wie ein Machtkampf, wie Überbeschäftigung oder wie die neuste Komödie? Wahrscheinlich. Aber jüdische Geschichte ist nie wahrscheinlich.
Wie wir bereits früher bei verschiedenen Gelegenheiten ausgeführt haben, enthält jedes von der Tora behandelte Thema, sogar jede ihrer Geschichten, eine ewig gültige Anleitung für Juden an jedem Orte und zu jeder Zeit.
Aber hatten sie nicht gerade noch geglaubt? Warum verschlossen sie plötzlich ihre Ohren? Was wurde aus dem "Einmal ein Gläubiger, immer ein Gläubiger"?
Bevor G-tt Mose und Aron zum Pharao entsandte, gab er ihnen ein Zeichen mit, welches die Allmacht G-ttes demonstrieren sollte − die Umwandlung von Arons Stock in eine Schlange. Dies machte Aron zwar, doch die Hexer Pharaos blieben ihm nichts schuldig und verwandelten auch ihre Stöcke in Schlangen. Schließlich aber bezwang der Stock Arons seine Rivalen, indem er sie verschlang.
Können Sie mir bitte erklären, warum Gesetze anscheinend nie wieder zurück in ihre ursprüngliche Form zurückgesetzt werden?