Acharej
Lieber Leser,
der Wochenabschnitt, Acharej (“nach dem Tod”) erwähnt Aarons Söhne erneut. Sie werden vom Feuer G-ttes verzehrt, als sie zusammen das Allerheiligste betreten (davon berichtet Paraschat Schmini). Die Weisen erläutern, die beiden hätten keine Priestergewänder angehabt, seien nicht verheiratet gewesen und hätten keine Kinder gehabt, sie hätten also gegen das Gebot “seid fruchtbar und mehret euch” verstoßen. Aber hätte das G-tt zu einem solchen Urteil bewogen? Dafür gibt es einen anderen, vielleicht wichtigeren Grund.
Vielleicht verzichteten sie auf Kinder, weil sie sich in ihrem Eifer, G-tt zu dienen, von der Welt zurückgezogen hatten. Die absolute Hingabe an G-tt als Folge spirituellen Strebens kann ein egoistischer Akt oder totaler Gehorsam sein. Im einen Fall wollen wir unsere Wünsche erfüllen, so erhaben sie sein mögen. Im zweiten Fall kommen wir G-tt näher und haben die Absicht, in die Welt zurückzukehren, um seine Mizwot zu befolgen.
Wenn Sie den zweiten Wunsch im Herzen tragen - dem H-rrn näherzukommen, indem Sie sein Werk auf Erden tun -, haben Sie den Sinn der Gebote verstanden. Sie erleben unsere Religion sehr intensiv (am Schabbat und an den Feiertagen), aber Sie nutzen diese Energie, um die Tora in der Welt zu verbreiten und die Welt dadurch zu läutern.
Wenn Sie das Heiligtum in diesem “Gewand” betreten, begreifen Sie das Leben und den Tod. Sie haben keine Angst, wenn der H-rr Sie ruft, aber Sie freuen sich auch darüber, daß er Sie in diese Welt gesetzt hat.
Schabbat Schalom
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In eigener Sache: Die erste Ausgabe des Gebetsbuches "Tehillat Haschem" in Deutsch ist schon nach wenigen Wochen vergriffen gewesen. Wie Sie wissen hat auch unser Webseiten-Team intensiv, vorrangig in der Lektoriatsarbeit, an der Verwirklichung des Siddur mitgewirkt. Die zweite, überarbeitete Ausgabe kann absofort hier erworben werden.
Schlagzeilen über Ehebrecher ... Talkshows, in denen sich Familienmitglieder über intimste Dinge streiten und sogar prügeln ... Zeitschriften mit Terroristen und Mördern auf der Titelseite.
Acharej bedeutet 'nach', wie in dem die Parascha eröffnenden Passuk geschrieben steht: "G-tt sprach zu Moses nach dem Tod der zwei Söhne Aaron's, als sie G-tt nahe kamen und sie starben."
Menschen, die nach einer höheren Ebene an Sensibilität streben, versuchen, extra koscher zu leben, und sind keine Sklaven ihrer Nahrungsmittel.
Wenn uns jemand einreden wollte, die Tora sei veraltet, wäre diese Parascha ein geeigneter Beweis. Levitikus Kapitel 2 enthält die biblischen Gebote zur Unmoral.
In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe neuer Tora-Rollen geschrieben worden, und zwar spezifisch, um mit ihnen die Juden zu einigen; denn jeder einzelne konnte (und kann weiterhin) jeweils einen Buchstaben darin für sich erwerben.
Das Gebot: »Ihr sollt zählen vom Tag nach dem Feiertag, vom Tag, an dem ihr das Omer der Wendung dargebracht habt, sieben volle Wochen.« (Levitikus/Wajikra 23:15)
Das sehr besondere Merkmal der augenblicklichen Tage zwischen Pessach und Schawuot ist die Sefira, das ist das an jedem von ihnen durchzuführende Omerzählen. Diese Jahreszeit ist so wohl durch außerordentliche physische wie durch vorzügliche spirituelle Aspekte gekennzeichnet.
Die Kabbalisten lehren, dass jeder von uns sieben grundlegende Neigungen und Charaktereigenschaften besitzt. Diese sind: Güte, Zurückhaltung, Mitgefühl, Ausdauer, Hingabe, Bindung und Würde. Alle unsere Gefühle und inneren Qualitäten bauen auf diesen sieben Attributen auf.