Pessach
Sehr geehrte Leserschaft,
Die Befreiung aus Ägypten – das Leitmotiv des Pessach-Festes – ist mit dem Korban Pessach, dem Opfer eines Lammes, verbunden. Das Lamm wurde dargebracht und später von jedem einzelnen Haushalte verzehrt, wie uns in dem besonderen Tora-Abschnitt – Parschat Hachodesch – erzählt wird.
Jeziat Mizrajim (der Auszug aus Ägypten) bedeutete nicht allein die Befreiung vieler Einzelpersonen, sondern die Befreiung eines Volkes. Sie begann mit der Erklärung G-ttes: "Wahrlich, ich habe das Leiden meines Volkes gesehen". Dies führte zu der Forderung: "Lass mein Volk ziehen" (Ex. 5, 1), und zu dem g-ttlichen Befehl an Moses: "Bring mein Volk, die Kinder Israel, aus Ägypten heraus" (Ibid. 3, 10). Deshalb sollte das Korban Pessach das Thema "Volk" betonen, die Idee von Gesamtheit und Gemeinschaft – und doch tut es das gerade nicht. Es stimmt zwar, dass die ganze "Gemeinde", alle zusammen, den Befehl bekam, das Opfer darzubringen, aber sie wurde angehalten, dass jeder einzelne Haushalt sein eigenes Lamm haben musste; jeder einzelne Jude war auserwählt und gezählt worden, um an der Mahlzeit teilzunehmen, und jeder wurde für die Dauer dieser Mahlzeit auf sein eigenes Heim und seine Familie beschränkt.
Das Korban Pessach lehrt uns, dass selbst ein Gemeinschafts-Projekt mit der Einzelperson, der Familie und dem engsten Kreise anfangen muss.
Chag Sameach und Schabbat Schalom
Das Pessach-Fest ist nicht nur das erste der drei Feste Israels, Pessach, Schawuot und Sukkot, sondern bildet Kern und Ursprung derselben. Der Auszug aus Ägypten war die unmittelbare Vorstufe für das monumentale Weltereignis – der G-ttesoffenbarung am Berg Sinai!
Mit dem Herannahen des Pessach-Festes ist es am Platze, die Haggada zu überdenken. Eine der bekanntesten Stellen der Erzählung ist: "Die Tora erwähnt vier Söhne, einen weisen, einen bösen, einen einfältigen und einen, der nicht einmal eine Frage zu stellen weiß".
Angenommen, ein Kind wächst in einem Haus auf, in dem alle schreien. Es ist kaum vorstellbar, dass das Kind nicht schreit. Oder es lebt in einem Haus, in dem die Moral schlecht ist. Dann wird die schlechte Moral zu seiner zweiten Haut, die es nur schwer abstreifen kann.
Warum musste G-tt eine Übereinkunft mit dem Meer treffen und warum gerade als es geschaffen wurde? Seine Macht über Seine Schöpfung ist unbegrenzt; Er hätte das Meer bestimmt teilen können, wenn Er es gewollt hätte - mit oder gegen seine Zustimmung.
G-tt legte fest, dass der Auszug aus Ägypten, den wir während der augenblicklichen Pessachtage feiern, im Frühling stattfinden sollte (Schmot Rabba 15, 11; Or Hatora, S. 264). Noch mehr: die Tora selbst besteht ausdrücklich darauf, dass stets genau darauf geachtet wird, dieses Fest im Frühjahr zu feiern.
Ben Gurion soll gesagt haben: Will man eine jüdische Gemeinde beurteilen, so kann man getrost die Synagogen und Gemeindezentren übersehen. Wichtig ist, ob es ein koscheres Restaurant gibt. Er hätte auch über Pessach sprechen können.
Rabbi Menachem Mendel von Lubawitsch, war in jungen Jahren verwaist und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit im Hause und unter der Aufsicht seines hochbedeutenden Großvaters, des Begründers der Lubawitsch-Dynastie, Rabbi Schneur Salman von Liadi ("Der Alte Rebbe" genannt).