Es kommt mir so vor, als würde ich ständig etwas über das neue beste „Superfood“ lesen. Zuerst war es Quinoa, dann Grünkohl.

Nachdem ich meinen Gefrierschrank mit frischem Fisch vollgestopft hatte, las ich dann die Warnungen bezüglich des Quecksilbergehalts, die mir sagten, ich solle niemals Zuchtlachs kaufen.

Letzten Monat habe ich über die Vorteile einer proteinreichen und kohlenhydratarmen Ernährung gelesen. Diesen Monat wurde ich über schädliche Antibiotika in der Tierfütterung und die Gefahren von zu viel tierischem Fett informiert.

Und natürlich ist die Frage nach den genauen Vor- und Nachteilen des besten Freundes eines Schriftstellers – dem Kaffee – noch immer nicht geklärt.

Täglich erfahren wir von neuen versteckten Giftstoffen in unseren Lebensmitteln. Sind Bio-Lebensmittel sicherer? Sind gentechnisch veränderte Getreidesorten gefährlich? Welche Auswirkungen haben Konservierungsstoffe?

Wenn es um Ernährung geht, sind wir wahrscheinlich die bisher am besten informierte Generation. Wir sind sensibel geworden für Ursache und Wirkung negativer Einflüsse auf unseren Körper, unsere Psyche und unsere Welt.

Das unschuldig aussehende Lebensmittel wirkt nicht gefährlich. Das harmlos aussehende Stück Hähnchenfleisch, von dem wir hören, dass es mit minderwertigem Futter gefüttert wurde, sieht genauso aus wie das Freilandgeflügel aus Getreideaufzucht, das zum doppelten Preis verkauft wird. Und wer könnte Bio-Bananen von normalen unterscheiden?

Doch als informierte Verbraucher erkennen wir, dass nicht nur das, was wir sehen, eine Rolle spielt. Das gilt für alle Lebensbereiche, aber nirgendwo ist dies folgenreicher als bei den Lebensmitteln, die wir zu uns nehmen, denn dort wird die Nahrung tatsächlich in unser Fleisch aufgenommen.

Wir haben also die subtilen, aber potenziell schwerwiegenden Auswirkungen auf unsere Nahrung erkannt, aber denken wir jemals über das spirituelle „Profil“ unserer Nahrung nach? Beeinflusst das Essen oder Trinken, das wir zu uns nehmen, uns auf spiritueller Ebene, auf der Ebene der Seele, und wirkt es sich auf unseren Charakter und unsere natürlichen Neigungen aus?

Die Parascha Schmini führt die Speisevorschriften der Tora ein. Koschere Landtiere müssen auf ganz bestimmte Weise geschlachtet werden, gespaltene Hufe haben und Wiederkäuer sein. Fische müssen Flossen und Schuppen haben, und es gibt eine Liste verbotener Vögel.

Beachten Sie, dass alle koscheren Tiere und Vögel die Eigenschaften aufweisen, keine Raubtiere zu sein, friedlich und nicht zerstörerisch zu sein.

Darüber hinaus steht die geschlossene Hufe des nicht-koscheren Tieres vielleicht für eine spirituelle Eigenschaft der Starrheit – dafür, verschlossen und unberührt vom Leid anderer zu sein. Symbolisieren die „gespaltenen“ und „offenen“ Hufe des koscheren Tieres Zugänglichkeit und Sensibilität? Erinnert uns das Wiederkäuen daran, dass auch wir Dinge gründlich durchdenken müssen und nicht zu voreilig oder impulsiv urteilen sollten?

Oberflächlich betrachtet können wir vielleicht nicht zwischen vielen koscheren und nicht-koscheren Lebensmitteln unterscheiden. Doch auf spiritueller und mystischer Ebene wirken sich die Eigenschaften jedes Lebewesens tiefgreifend auf uns aus. Nicht-koschere Lebensmittel mögen körperlich ebenso nahrhaft sein, doch ihre spirituellen Eigenschaften können unsere spirituellen Arterien verstopfen und uns daran hindern, ein Tora-Bewusstsein zu verinnerlichen.

Und vielleicht gibt es keine Generation, die besser dafür gerüstet ist, dies zu verstehen, als unsere eigene.