Die gewöhnlichen Kohanim (Priester) und der Kohen Gadol (Hohepriester) wurden gebeten, spezielle Kleider zu tragen, als sie ihren Dienst im Heiligen Tempel ausführten.1 Einer der Gründe, die dafür angegeben werden ist, damit die Juden die Kohanim als heilige Leute erkennen würden, die dem G-ttesdienst geweiht waren.2 Auf ähnliche Weise würden die Tora-Gelehrten des antiken Babyloniens drauf acht geben, sich sehr stattlich zu kleiden, um die Leute dazu zu ermutigen, die Tora zu ehren, die sie repräsentierten.3 In der Tat verlangt es der Talmud, dass die Kleider eines Tora-Gelehrten makellos sauber sein sollen.4 Rabbi Yochanan bezeichnete seine Kleidung als Mechabduta (diejenigen, die Ehre erweisen).5
Dieser Artikel wird sich auf verschiedene Gesetze konzentrieren, die sich auf den Kauf sowie auf das Tragen der Kleider beziehen.
"Jüdische" Kleider
Der Midrasch6 erwähnt, dass einer der Bräuche, der als Verdienst für die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten galt, das Festhalten an der traditionellen jüdischen Kleidung war. Rabbi Menachem Mendel von Rimanov7 sagt, dass der Wunsch vieler Juden, sich wie die Nicht-Juden zu kleiden, Antisemitismus hervorgerufen hat.
Neue Kleider
Hat ein Freund neue Kleider gekauft, ist es Tradition, ihn mit dem Wunsch "trage es aus und kauf ein neues" zu segnen. Jedoch wird dieser Spruch nicht bei Lederschuhen oder Lederkleidung gesagt.11
Schatnes
Neue Kleider sind einer Schatneskontrolle zu unterziehen, um sicherzustellen, dass sie keine unzulässige Mischung von Wolle und Leinen enthalten.
Das An- und Ausziehen von Kleidern
Beim Anziehen ist der rechte Arm, bzw. das rechte Bein vor dem linken zu bekleiden. Das Binden der Schuhe erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Für den Linkshänder gelten wiederum spezielle Regeln.12 Weitere Auskünfte erteilt der Artikel: Der rechte (und der linke) Weg.
Kleider dürfen nicht mit der Innenseite nach außen getragen werden, um sich nicht lächerlich zu machen.13 Auch ist darauf zu achten, dass stets ein Kleidungsstück nach dem anderen angezogen wird, und nicht zwei Kleidungsstücke gleichzeitig.14
Beim Ausziehen soll mit dem linken Arm, bzw. dem linken Bein angefangen werden.15 Zusätzlich, um die Regeln der Zniut (Züchtigkeit) auch in der eigenen Privatsphäre einzuhalten, sollten wir uns beim Umziehen mit einer Decke oder einem Laken bedecken.16
Schabbat-Kleider
Festtagskleider
Auch zu Ehren der jüdischen Feiertage sollen wir besonders gute Kleidung tragen: Pessach, Schawuot, Sukkot, Rosch Haschana und Jom Kippur.22 Diese Kleider sollten sogar noch schöner sein als unsere Schabbat-Kleider.23
Chol Hamoed
Wir sollen zu Chol Hamoed, das sind die Tage zwischen Sukkot und Schmini Azeret, und zwischen dem letzten Doppelfeiertag von Pessach, schönere Kleider tragen, als an gewöhnlichen Wochentagen. Der Maharil trug zu Chol Hamoed Schabbat-Kleider24 und so ist es auch Chabad-Brauch.
Rosch Chodesch
Viele Juden achten darauf, schönere Kleider am Rosch Chodesch zu tragen als üblich. Zaddikim (besonders gerechte Menschen) tragen zu Rosch Chodesch sogar ihre Schabbat-Kleider.25
Während des Gebets
Jeder Mensch soll zum Beten respektvoll gekleidet sein. Es ist daher unangebracht, z.B. ohne Hemd26 zu beten oder barfuß in Ländern, wo Menschen nicht barfuß zu einem wichtigen Treffen erscheinen würden.27
Die jüdischen Weisen pflegen fürs Beten ein zusätzliches Gewand über das Hemd anzuziehen.28
Diskutieren Sie mit