Wajeschew
Lieber Leser,
in Paraschat Wajeschew lesen wir davon, wie Josef sich nach den Alpträumen seiner ägyptischen Mitgefangenen erkundigte.
Eine natürliche und verständliche Reaktion seitens Josef auf die unbegründete Einkerkerung durch die Ägypter wäre es, eine tiefe Abneigung allen Ägyptern und insbesondere den ägyptischen Beamten gegenüber zu empfinden. So wäre es auch nur nachvollziehbar, wenn Josef den königlichen Mundschenk sowie den königlichen Bäcker, mit denen er gemeinsam im Kerker saß, verachtet und gemieden hätte.
Josef verhielt sich jedoch genau im Gegenteil davon. Nicht nur, daß Josef keinen Groll gegen die beiden Palastbeamte des Pharao hegte - schließlich waren diese hochrangige Funktionäre des korrupten Regimes, welches ihn unschuldig einkerkerte - Josef sorgte sich sogar um die persönlichen Schicksale dieser zwei Menschen. Josef war derart sensibel für die Lage seiner zwei Zellengenossen, daß er deren Alpträume bemerkte und sich bei ihnen erkundigte: "Warum macht ihr so betrübte Gesichter?" [Bereschit 40, 7].
Wir sehen hier, wie durch einen einzigen Akt von Mitgefühl und Hilfsbereitschaft, Josef schließlich selbst gerettet wurde und sogar in die Position gelangte, ganz Ägypten vor dem Hungertod zu bewahren.
Dies lehrt uns, wie wichtig es ist, sich 1.) um die Belange anderer zu kümmern, sowie 2.) niemals die Macht auch nur einer einzigen guten Tat zu unterschätzen. Josef's Sensibilität gegenüber den Gefühlen anderer Menschen - selbst solchen, zu deren Mißachtung er allen Grund gehabt hätte - führte letztlich zu der Errettung einer ganzen Generation.
Schabbat Schalom
Als Rachel ihrem Sohn den Namen Josef gab, dachte sie sich (Wajeze 30,22): „Ich wünsche mir, dass G-tt mir noch einen Sohn gebe!“
Wir haben ein Jahrhundert hinter uns, in dem die Wissenschaften größere Erfolge erzielt haben als je zuvor. Die Physiker sind erstaunlich tief in die Rätsel des Universums eingedrungen und haben neue Himmelskörper und Beziehungen entdeckt.
Der erste Vers der dieswöchigen Sidra lautet (Genesis 37, 1): Wajeschew Ja'akow Jakob verweilte – B'erez M'gurej Awiw – im Lande des Aufenthaltes seines Vaters – B'erez K'na'an – im Lande Kanaan.
Für die chassidische Bewegung hat das jüdische Jahr, ausser den „regulären“ Festen und Fasttagen, noch eine Reihe von bedeutsamen Daten, die als spezifisch chassidische Feste oder Gedenktage gefeiert werden. Der Kalender des Chabad-Lubawitsch-Chassidismus ist (sozusagen) noch „voller“ von solchen Ereignissen als derjenige anderer chassidischer Zweige.
Erschuf G-tt das Böse? Sicherlich erschuf G-tt alles. Da es auch Mensch gibt, die Böses tun, muss G-tt auch die Idee des Bösen geschaffen haben. Aber wenn G-tt gut ist, wie konnte er dann das Böse erschaffen?
