Lieber Leser,

die Vorschrift von "Para Aduma" ("Rote Kuh") steht am Anfang der dieswöchigen Sidra, eingeleitet mit den Worten: "Dies ist eine Satzung der Tora …" Der Ausdruck "Chukat" – eine Satzung, deren Grund uns nicht erschlossen ist – kommt hier deshalb zur Anwendung, um zu betonen, dass dieses Gesetz G-ttes zu beachten ist, obwohl es mit den Regeln der Vernunft nicht erklärbar ist. In einem tieferen und erweiterten Sinne müssen natürlich alle Mizwot, selbst die "verständlichen", in völliger Ergebenheit unter G-ttes Herrschaft ausgeführt werden, so als seien sie alle unfassbare Satzungen.

Unter ähnlichen Gesichtspunkten ist die Anweisung zu verstehen: "Sei bei einer leichten Mizwa ebenso gewissenhaft wie bei einer schweren, denn du kennst ja nicht den Lohn für Mizwot." Diese kategorische Feststellung bedarf allerdings einer Erklärung, ist es doch die Tora selbst, die bei einer ganzen Reihe von Vorschriften die Strafen anführt, die denjenigen erwarten, der sie übertritt oder nicht einhält.

Bei der Ausführung von Mizwot kommen zwei verschiedene Prinzipien zur Anwendung und zwar: erstens gehorsame Unterwürfigkeit unter den Willen G-ttes, und zweitens die "veredelnde" Eigenschaft der Mizwa als solcher.

Was die Unterwürfigkeit unter G-ttes Willen betrifft, so besteht dabei kein Wesensunterschied zwischen einer Mizwa und einer anderen; alle, ob groß oder klein, sind gleichwertig darin, dass sie G-ttes Anordnungen, die befolgt werden müssen, zum Ausdruck bringen.

Schabbat Schalom