Tasria-Mezora
Lieber Leser,
der dieswöchige Tora-Abschnitt beschreibt Krankheiten, Untersuchungen durch den Kohen und die Gesetze der Quarantäne. Der Talmud lehrt: „Wir sehen alle Krankheiten außer unseren eigenen.“ Niemand untersucht seine eigenen Krankheiten; das muss ein anderer tun. Die Tora nennt körperliche Beschwerden, aber die Gebote gelten nicht nur für diese. Das sagt die Mischna sehr deutlich.
Moralische Schwächen sind gut sichtbar und werden von anderen schnell kritisiert. Wir reagieren empfindlich, wenn jemand grob, unhöflich, arrogant, geizig oder selbstgefällig ist. Ein schlechter Charakter und moralische Defizite stoßen uns ab. Viele Menschen sind stolz auf ihr scharfes Auge, ihre Objektivität und ihren Mut beim Anprangern von Fehlern – „Ich habe es ihm ins Gesicht gesagt!“ Kein Fehler entgeht ihrer Aufmerksamkeit, und sie zeigen sofort mit Fingern darauf. „Wir sehen alle Krankheiten ...“
Aber müssen wir diese Last – ständig die Fehler anderer zu berichtigen – auf unseren Schultern tragen? Dürfen wir die Fehler anderer eine Weile ignorieren und dafür unsere eigenen prüfen? Dürfen wir uns wenigstens für kurze Zeit um unsere eigenen spirituellen Schwächen kümmern? Ja, das dürfen und sollen wir tun! Umso selbstloser sollten wir in weltlichen Dingen sein.
Schabbat Schalom
Der Tora-Abschnitt dieser Woche zählt die Gesetze der sich auf Menschen beziehenden rituellen Unreinheit auf.
Die Macht des Sprechens ist eines der kostbarsten Geschenke, die G-tt dem Menschen gab. Diese Macht des Sprechens erhebt uns über das Tierreich.
Der Doppelabschnitt Tasria-Mezora handelt von einem Leiden, das sich als schlimmer Hautausschlag äußert und Zara'at genannt wird. Als Ursache von Zara'at wird unter anderem "Laschon Hara", d. h. üble Nachrede anderen Menschen gegenüber, gesehen.
Warum sind die Menschen nicht in der Lage, sich zu bessern und G-ttesbewusster zu leben, während wir uns dem Zeitalter des Moschiach nähern? Die Antwort folgt der These vom unüblichen Gesetz des „reinen Aussatz“.
Die Kabbalisten lehren, dass jeder von uns sieben grundlegende Neigungen und Charaktereigenschaften besitzt. Diese sind: Güte, Zurückhaltung, Mitgefühl, Ausdauer, Hingabe, Bindung und Würde. Alle unsere Gefühle und inneren Qualitäten bauen auf diesen sieben Attributen auf.
In der ganzen Periode, da die Juden ursprünglich in ihrem eigenen Lande, in Erez Israel, lebten, begann im Monat Nissan die Erntezeit. Jedes Jahr am zweiten Tage von Pessach wurde im Tempel ein besonderes Opfer dargebracht – das Omer, ein bestimmtes Maß von neu geschnittener Gerste.