Ein Mann kam einst zu Reb Dow Ber von Mesritsch und klagte, er könne seine sündhaften Gedanken nicht loswerden, die ihn andauernd belästigten. Anstatt eine Antwort zu geben, riet ihm der Maggid, Reb Ze’ew von Schitomir zu besuchen.

Als der Mann in dem Dorf ankam, wo Reb Ze’ew ein Restaurant gepachtet hatte, war es spät abend, und die Tür war geschlossen. Er klopfte. Dann klopfte er noch einmal. Nichts rührte sich. Es war mitten im ukrainischen Winter, und er rief laut und bat um Einlaß. Da niemand aufmachte, rief er verärgert: “Wieso habt ihr kein Mitleid mit einem Glaubensbruder, der allein hier draußen steht?”

Niemand antwortete. Niemand öffnete.

Am nächsten Morgen wurde die Tür wie üblich geöffnet. Der Mann trat ein und bleib ein paar Tage; aber Reb Ze’ew stellte ihm keinerlei Fragen. Der Mann war verdutzt und fragte sich: “Warum in aller Welt hat der Maggid mich hierher geschickt?”

Bevor er sich zum Aufbruch rüstete, sagte er zu seinem Gastgeber: “Unser Rebbe, der Maggid, hat mich zu Euch geschickt – aber ich weiß nicht, warum.”

“Das will ich dir sagen”, erwiderte Reb Ze’ew. Er wollte, daß du etwas von mir lernst: Ein Mensch ist der Herr in seinem Haus, und wenn er jemanden nicht hereinlassen will, dann tut er es eben nicht.”