Tasria
Lieber Leser,
der Wochenabschnitt Tasria beschreibt Krankheiten, Untersuchungen durch den Kohen und die Gesetze der Quarantäne. Der Talmud lehrt: „Wir sehen alle Krankheiten außer unseren eigenen.“ Niemand untersucht seine eigenen Krankheiten; das muss ein anderer tun. Die Tora nennt körperliche Beschwerden, aber die Gebote gelten nicht nur für diese. Das sagt die Mischna sehr deutlich.
Moralische Schwächen sind gut sichtbar und werden von anderen schnell kritisiert. Wir reagieren empfindlich, wenn jemand grob, unhöflich, arrogant, geizig oder selbstgefällig ist. Ein schlechter Charakter und moralische Defizite stoßen uns ab. Viele Menschen sind stolz auf ihr scharfes Auge, ihre Objektivität und ihren Mut beim Anprangern von Fehlern – „Ich habe es ihm ins Gesicht gesagt!“ Kein Fehler entgeht ihrer Aufmerksamkeit, und sie zeigen sofort mit Fingern darauf. „Wir sehen alle Krankheiten ...“
Aber müssen wir diese Last – ständig die Fehler anderer zu berichtigen – auf unseren Schultern tragen? Dürfen wir die Fehler anderer eine Weile ignorieren und dafür unsere eigenen prüfen? Dürfen wir uns wenigstens für kurze Zeit um unsere eigenen spirituellen Schwächen kümmern? Ja, das dürfen und sollen wir tun! Umso selbstloser sollten wir in weltlichen Dingen sein.
Schabbat Schalom
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In eigener Sache: Die erste Ausgabe des Gebetsbuches "Tehillat Haschem" in Deutsch ist schon nach wenigen Wochen vergriffen gewesen. Wie Sie wissen hat auch unser Webseiten-Team intensiv, vorrangig in der Lektoriatsarbeit, an der Verwirklichung des Siddur mitgewirkt. Die zweite, überarbeitete Ausgabe kann absofort hier erworben werden.
Es geschieht 250 Mal in der Minute, fast 15 000 Mal jede Stunde. Es geschieht nach Jahren der Mühe und Erwartung oder „zufällig“.
Denken Sie darüber nach. Dieses winzige Gebilde ist eine Schatzkiste an DNS und kann unter den richtigen Bedingungen ein Lebewesen hervorbringen.
Warum sind die Menschen nicht in der Lage, sich zu bessern und G-ttesbewusster zu leben, während wir uns dem Zeitalter des Moschiach nähern? Die Antwort folgt der These vom unüblichen Gesetz des „reinen Aussatz“.
Die ganze Welt ist ein Spiegel, der uns zeigt, wie wir an uns und unseren Mängeln arbeiten sollen.
Oft zeigt sich, dass es insbesondere jüdische Universitätsstudenten sind, die sich und anderen die Frage stellen, ob sie eine ganz besondere Aufgabe zu erfüllen haben.
Als allgemeine Regel gilt, dass die verschiedenen Ebenen der Seele (Nefesch, Ruach, Neschama) nicht in nur einem einzigen Leben korrigiert werden können.
Musik und Gesang nehmen einen wichtigen Platz im chassidischen Leben ein. Seinem ganzen Wesen nach ist der Chassidismus dem Pessimismus abhold; er legt Wert darauf, dass man G-tt mit Freude, mit innerer Fröhlichkeit dient und so eine Verbindung zum G-ttlichen anstrebt.