Draußen ist es sehr heiß. So heiß wie in der Wüste.

Hunderte Menschen sind draußen im Feld in ihren Lumpen und kaputten Sandalen auf ihren wehen Füssen. Sie gehen wackelig. Narben von Peitschen-Schlägen sind auf ihren kaputten Körpern. An der Seite steht ein Wachmann, ein dunkelhäutiger Mann mit einem interessant-aussehenden Bart.

Halt einen Moment an und stell dir diese Szene vor. Geh ins Ägypten von vor 3.300 Jahren.

Und dann benutze dein mentales Photoshop-Programm und stell dich selbst in das Bild hinein. Du erlebst das Drama mit den anderen. Du versuchst, ihre Schmerzen und ihr Los mitzuerleben:/p>

Du siehst, wie einer deiner Kollegen, blau angelaufen, zusammenbricht. Du weinst nicht, denn du bist schon gegen Schmerzen immun, weil du nur diesen Alptraum kennst. Das Leben ist schmerzhaft.

Der Wachposten geht zu dem Toten und du hast einen kurzen Moment ungestörten Nachdenkens. Deine Gedanken wandern ...

Du weinst nicht, denn du bist schon gegen Schmerzen immun, weil du nur diesen Alptraum kennstDu erinnerst dich daran, wie dein Vater dich auf seinen Schoss setzte und erzählte, was ihm sein Vater schilderte und was diesem sein Vater wiederum beigebracht hatte: "Es wird der Tag kommen, dass ein Mann erscheinen und im Namen G-ttes erklären wird, 'Ich habe mich natürlich an euch erinnert!' All das Leid wird zu Ende gehen ..."

Peitschen-Schlag! ARBEITE WEITER! Der Wachmann holt dich in der Realität!

Du gehst zurück an die Arbeit, aber mit aufflackernder Hoffnung. Die Zukunft, die du dir so lebhaft vorgestellt hast, belebt deine gebrochene Seele. Du sagst dir mit reinem Glauben, dass alles ein Ende haben wird ...

Aber was ist das plötzlich für ein Lärm? Warum schreien alle?

Du schaust auf und erkennst, dass dein Traum wahr geworden ist.

Da steht ein Mann wie ein Engel mit langem weißen Bart und sehr lieben Augen. Er ruft allen zu: "G-tt hat gesagt: 'Ich habe mich an Euch erinnert!'"

Moses ist angekommen.


Schließe deinen Photoshop und geh zurück ins Exil nach Amerika von heute.

Keine Peitschen-Schläge, keine Wachmänner, aber ein Exil anderen Art: Ein Gefängnis des Säkularismus. Die G-ttliche Hand ist fast ganz verborgen.

Die Menschen tragen moderne Kleidung und modische Schuhe. Trotz ihres überlegenen Auftretens steht ihnen der Sinn-Mangel ins Gesicht geschrieben. Plakatwände und Bildschirme sagen den Menschen, wie sie ihr Leben zu leben haben.

Um sich die Szene vorzustellen, brauchst Du nur fernzusehen oder auf die Straße zu gehen.

Du bemerkst einen Nachbarn, der den üblichen Weg verließ, indem seine moralische Werte zerbrachen.

Du weinst nicht, denn du hast dich daran gewöhnt, - so ist das Leben.

Wenn du kurz Radio, Telefon und Fernsehen ausschaltest, hast du einige Minuten zum ungestörten Nachdenken.

Du schaust auf und erkennst, dass dein Traum wahr geworden istDu erinnerst dich an deinen Vater, wie er dich auf seinen Schoss setzte und mit dem Lied 'Ani Maamin' von unserem Glauben erzählte, dass wir eines Tages ohne Böses und ohne Schmerzen in einer utopischen Welt leben werden, wo G-tt offenbar ist und Frieden auf der Welt herrschen wird, weil Er uns Juden überallhin begleitet. Es gab uns sogar in den dunkelsten Stunden Hoffnung ...

Aber was hörst du für einen Lärm? Warum rufen alle?

Du schaust auf und siehst, dass dein Traum wahr geworden ist.

Da steht ein Mann, der wie ein Engel aussieht. Er hat einen langen weißen Bart und so liebenswürdige Augen, die zeigen, wie die Wahrheit deine Seele erfüllt. Und er ruft, so dass alle es hören: "Die Zeit eurer Erlösung ist gekommen!"

Moschiach ist gekommen. Es war auch höchste Zeit.