Sehr geehrte Leserschaft,

In der dieswöchigen Sidra Acharej heißt es (Lev. 18, 5): "Ihr sollt (daher) Meine Satzungen und Meine Rechtsordnungen hüten, so dass, wenn der Mensch sie tut, er in ihnen lebt." Unter den biographischen Notizen des früheren Lubavitcher Rebben s.A. findet sich eine kurze Aufzeichnung über seine Großmutter, die Rebbezen Riwka, die auf diese G-ttliche Anweisung, "in ihnen zu leben", bezug hat.

Als die Rebbezen Riwka noch eine junge Frau war, litt sie an einer gewissen Krankheit. Der Arzt riet ihr, am Morgen gleich nach dem Aufwachen etwas zu essen; sie aber wollte vor dem Morgengebet nichts zu sich nehmen. So ergab es sich, dass sie von nun an sehr früh erwachte, ihr Morgengebet verrichtete und dann ihr Frühstück zu sich nahm, und dies zu einer Stunde, da alle anderen erst aufstanden. Selbstverständlich trug diese Lebensweise absolut nicht dazu bei, dass sie sich von ihrer Krankheit erholte, denn nicht nur befolgte sie die ärztliche Anweisung nicht, sondern sie beraubte sich auch noch des sehr notwendigen Schlafes.

Daraufhin ermahnte sie ihr Schwiegervater, der "Zemach Zedek" s.A: Ein Jude muss gesund und kräftig sein. In Bezug auf die Mizwot sagt die Tora (a.a.O.): "Der Mensch soll in ihnen leben" - das heißt: du sollst die Mizwot mit Leben erfüllen. Um aber Leben in die Mizwot zu bringen, musst du stark sein. Und der "Zemach Zedek" schloss mit den Worten: "Es ist viel besser, zu essen, damit man beten kann, als zu beten, dass man zu essen hat."

Schabbat Schalom