Wenn wir die Toralesungen an Schmini Azeret beendet haben, fangen wir sofort von vorne an.

Da Ordnung und Gegenüberstellungen in der Tora bedeutsam sind - worin besteht der Zusammenhang zwischen ihrem letzten Satz „Vor den Augen ganz Israels“ und „Am Anfang schuf G-tt ...“?

1. „Vor den Augen ganz Israels“ drückt die Einheit des jüdischen Volkes aus, und um diese Einheit zu erreichen, müssen wir immer daran denken, dass G-tt am Anfang alles geschaffen hat. Alle menschlichen Anliegen, die spirituellen („die Himmel“) wie die materiellen („die Erde“) kommen vom Schöpfer und Herrn der Welt, „denn er gibt euch die Macht, Reichtum zu erwerben“. Wenn wir erkennen und spüren, dass nichts „aus sich selbst“ kommt, sondern von G-tt, betrachten wir uns nicht als selbständige Existenzen, sondern als Teil von ganz Israel.

2. Nach Chassidut ist „Am Anfang schuf G-tt“ so zu erklären: „Am Anfang“: das ist der Beginn des G-ttesdienstes. „Schuf G-tt“: damit wird die G-ttlichkeit der Schöpfung offenbar. „Die Himmel und die Erde“: damit wird die G-ttliche Lebenskraft offenbar, die alle Geschöpfe lebendig macht. Wenn wir das G-ttliche in uns selbst - die G-ttliche Seele - wachrufen und offenbaren, und zwar so, dass die Essenz der Seele offenbart wird, die immer mit dem G-ttlichen verbunden ist, dann können wir die G-ttlichkeit in der Welt sichtbar machen.

(Likute Sichot, Bd. 2, S.437)