Vor 150 Jahren wurde eine speziell zum Backen der Mazzot bestimmte Maschine entwickelt. Da der größte Teil des Prozesses automatisiert war, wurden die Mazzot von keiner menschlichen Hand berührt.

Die Einführung der Maschine stieß damals auf bis heute bestehende Meinungsverschiedenheiten unter den halachischen Autoritäten, die sowohl maschinengebackene Mazzot erlauben, als auch sie verbieten. Beide Seiten begründen ihre Argumente verlässlich.

Die Befürworter maschinengebackener Mazzot behaupten, dass diese Mazzot wegen des schnelleren automatisierten Prozesses vorzuziehen sind, weil hier das Risiko, den Teig zu Chamez werden zu lassen, gegenüber der langsameren Handbäckerei stark abnimmt; - natürlich unter der Bedingung äußerster Sauberkeit der Maschine, um die Möglichkeit, dass Teig aus einer vorangehenden Ladung sich mit dem neuen Teig vermischt, auszuschließen.

Das Hauptargument der Gegner maschinengebackener Mazzot besteht in der Begründung jener bewussten Absicht des Mazzot-Backens als der Ausführung einer Mizwa in Vorbereitung des Mazzot-Essens.

Da Maschinen keine „Absicht“ haben können, fehlt bei maschinengebackenen Mazzot diese immerhin wichtige Voraussetzung. Auch erschwert die Komplexität des Maschinenaufbaus jegliche Kontrolle, dass sich kein Teig in den Fugen und Furchen der Maschinenanlage festsetzt. Falls aber Teigstücke zurückbleiben, riskieren diese, die nachfolgenden Ladungen in Chamez zu verwandeln.

Außerdem verursachen die aus Metall bestehenden Maschinenteile Reibung, so dass die Hitze das Fermentieren des Teiges beschleunigen könnte.

Zusätzlich besagt die traditionelle Bestimmung, dass die Gärung erst einsetzt, wenn der Teig 18 Minuten lang unbearbeitet liegengelassen wurde, - und das betrifft nur den von Hand zubereiteten Teig.

Wir haben jedoch keine gesicherten Erkenntnisse über das Einsetzen des Fermentierens eines maschinell zubereiteten Teiges. Da dieser Teig eventuell schneller fermentiert, sollten wir nach Ansicht der Gegner maschinengebackener Mazzot uns besser an die traditionelle Herstellungsweise halten.

Ein weiterer Einwand gegen den Gebrauch maschinengebackener Mazzot ist der Hinweis auf viele bedürftige Familien, die sich auf die Wochen vor Pessach infolge zusätzlicher Arbeitsgelegenheiten in Mazzot-Bäckereien freuen, die ihnen erst die finanzielle Möglichkeit für ihre Festtagseinkäufe verschaffen.

Aber diejenigen, die den Gebrauch maschinengebackener Mazzot erlauben und heute die Mehrheit ausmachen, weisen all diese Einwände zurück, so dass die Mizwa des Mazzot-Essens mit maschinengebackenen Mazzot ausführen, gegenwärtig akzeptiert wird, - wobei die Schmura Mazza vorzuziehen ist!

Trotzdem sollten wir uns bemühen, wenigstens an den beiden Seder-Abenden handgebackene Mazzot zur Einhaltung der Mizwa des Mazzot-Essens zu verwenden ... und vielleicht sogar während des ganzen Pessachs nur handgemachte Mazzot zu essen.