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Die Flossen und Schuppen des Tora-Schülers

Die Flossen und Schuppen des Tora-Schülers

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„Das darfst du essen von allem, was im Wasser ist, alles, was Flossen und Schuppen hat ... das darfst du essen“1.

Der Talmud2 weist darauf hin, dass ein Fisch mit Schuppen auch Flossen hat und dass man sie daher nicht suchen muss. Aber es gibt Fische, die nur Flossen haben und somit unrein sind.

Was lernen wir aus den Merkmalen der koscheren und unkoscheren Fische?

Fische in ihrer Umwelt – Wasser – gleichen den Gelehrten, welche die Tora studieren. Das folgt aus dem Bericht des Talmuds über das römische Dekret gegen das Tora-Studium. Als Pappas ben Jehuda sah, dass Rabbi Akiwa öffentliche Versammlungen abhielt, um die Tora zu studieren, fragte er ihn: „Hast du keine Angst vor den Römern?“ Akiwa antwortete mit einem Gleichnis: „Ein Fuchs ging am Flussufer entlang und sah Fische, die vor etwas zu fliehen schienen. Auf seine Frage erwiderten sie: „Wir fliehen vor den Netzen, mit denen die Menschen uns fangen wollen.“ Der Fuchs sagte: „Kommt an Land, dann leben wir zusammen wie unsere Vorfahren.“ Die Fische entgegneten: „Du bist ein Narr. Wenn wir uns schon in unserer natürlichen Umwelt fürchten, werden wir uns an Land noch mehr fürchten!“ Rabbi Akiwa fügte hinzu: „Wenn unser Leben schon jetzt bedroht ist, obwohl wir die Tora studieren, unsere Lebensretterin, dann sind wir in noch größerer Gefahr, wenn wir uns der Tora entfremden!“3

Schuppen schützen den Fisch, und mit den Flossen schwimmt er von Ort zu Ort.4 Wenn wir die Tora studieren, kommen uns neue Gedanken und Einsichten, und wir fürchten uns vor G-tt. Der Talmud vergleicht das Tora-Studium und die G-ttesfurcht mit Weizen, der mit salzhaltiger Erde konserviert wird. So wie das Getreidekorn ohne Konservierungsmittel rasch verdirbt, vergessen wir schnell, wenn wir die Tora ohne G-ttesfurcht studieren. Dann gleicht unser Studium einer giftigen Arznei.5

Die Flossen symbolisieren die Fähigkeit, durch neue Einsichten in die Tora neue Gipfel zu erreichen, und die Schuppen stehen für die wichtige Zutat: die Furcht vor G-tt, die unser Tora-Studium „konserviert“, so dass aus ihr eine Arznei wird, die Leben spendet.

Wenn wir „Schuppen“ besitzen, sind wir also beim Tora-Studium auf dem rechten Weg und können mit unseren „Flossen“ – innovativen Gedanken, die mit der Tora vereinbar sind – unser Leben und das Studium bereichern. Dann sind wir rein. Wer die Tora jedoch ohne „Schuppen“ – G-ttesfurcht – studiert, ist unrein. Sein Studium und seine Flossen – seine schöpferischen Ideen – widersprechen G-ttes Wünschen und führen ihn nicht an die spirituelle Quelle des Lebens, welche die Tora allen zeigt, die sie studieren.

Fußnoten
1.
Lev. 11:9.
2.
Nidda 51b.
3.
Talmud, Brachot 61b.
4.
siehe Raschi.
5.
Talmud, Schabbat 31a.
von Moshe Bogomilsky
Rabbi Moshe Bogomilsky war über 30 Jahre ein Lehrrabbiner und ist Autor der weitverbreitenden und gekannten Bücherserie Vedibarta Bam, welche sich mit den Wochenabschnitten sowie den Feiertagen befasst.
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