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Vorbereitung und Erfüllung

Vorbereitung und Erfüllung

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Nichts im Tora-Text ist dem Zufall überlassen. Als G-tteswort ist jede Einzelheit mit Genauigkeit und Absicht festgelegt. Dies gilt auch für die Unterteilung der Tora in Wochenabschnitte (Sidrot), eine Unterteilung, die sich nicht nur deshalb als notwendig erwies, weil hier eine Menge von Material vorhanden ist, sondern auch, weil jeder Sidra eine spezifische Thematik und ein besonderer Gesichtspunkt zu Eigen ist. Dasselbe gilt für die Namen (Überschriften) der einzelnen Wochenabschnitte, die nicht einfach achtlos aus ihren jeweiligen ersten Worten herausgeholt worden sind. Vielmehr sind sie jedes Mal ein klarer Hinweis auf den Inhalt; und genau deswegen erscheinen ihre Namen (Titel) unter den ersten Worten ihrer ersten Verse.

Wenn nun in gewissen Jahren, dem jüdischen Kalender gemäß, zwei Sidrot zusammen zur Verlesung kommen, dann bedeutet dies, dass gelegentlich zwei Themen am gleichen Schabbat vorgetragen werden sollen.

So denn legen die dieswöchigen Sidrot Wajakhel und Pekudej unterschiedliche "Botschaften" und Lehren vor, obwohl sie in diesem Jahre, wie oft, zusammen vorgelesen werden. Beide befassen sich mit der Errichtung des Heiligtums und mit seinen Geräten, ebenso wie die vorausgegangenen Abschnitte Teruma und Tezawe den Befehl und die Vorschriften für seine Errichtung enthielten. Aber die in Teruma und Tezawe gebrachten Einzelheiten sind, obwohl das allgemeine Thema das gleiche ist, voneinander verschieden – was schon daraus zu entnehmen ist, dass sie nie zusammen zur Verlesung kommen können. Ebenfalls sind Wajakhel und Pekudej, obwohl auch sie sich beide mit dem Aufbau des Heiligtums befassen, von unterschiedlicher Tragweite.

Der Unterschied ist dieser: In Wajakhel versammelt Moses die Israeliten, um ihnen G-ttes Befehl zu übermitteln, ein Heiligtum zu errichten und seine Geräte zu machen; und wir lesen dann auch, wie sie sich anschicken, diese Anweisungen zu befolgen. Pekudej berichtet über Moses' Zusammenstellung der freiwilligen Gaben für das Heiligtum aus Gold, Silber, Kupfer usw.; ferner schildert diese Sidra die Salbung des Heiligtums und seiner Geräte mit Öl, sie spricht davon, wie die Opfer darzubringen waren, und betont. dass damit die Allgegenwart G-ttes sich niederließ: "Und die Wolke bedeckte das Stiftszelt, und die Herrlichkeit G-ttes erfüllte den Wohnplatz" (Exodus 40, 24).

Wesentlicher Gesichtspunkt für Wajakhel ist des Dienst der Israeliten, also der Dienst der Geschöpfe, ihrer Körper und Seelen. Was Pekudej hinzufügt, das ist G-ttes Reaktion und Antwort: "Und die Herrlichkeit G-ttes erfüllte den Wohnplatz." Hier ist daher das Potential eines gemeinschaftlichen Gesichtspunktes gegeben, ungeachtet der ursprünglichen Unterschiedlichkeit; und deshalb eben fallen diese beiden Wochenabschnitte – im Gegensatz zu Teruma und Tezawe – häufig zusammen.

Obwohl die Arbeitsleistung der Menschen, wie sie in Wajakhel beschrieben ist, unerlässlich war für G-ttes Offenbarung in Pekudej, war sie, was ihre Erheblichkeit betrifft, winzig im Vergleich mit der Offenbarung der Herrlichkeit G-ttes im Heiligtum, die erst die Folge der Salbung und der Opferdarbringung war.

In vielen Fällen kann man wohl sagen, dass die Vorbereitung auf eine Mizwa schon selbst eine heilige Handlung ist. Wem aber die Auswirkung dieser Vorbereitung darin besteht, dass G-tt selbst in die Welt Eintritt hält, dann kann diese Vorbereitung mit der schließlichen Handlung als solcher keinen Vergleich aushalten.

Insgesamt erkennen wir im Verlauf der Sidrot Teruma, Tezawe, Wajakhel und Pekudej drei Etappen im Dialog zwischen G-tt und Menschen, die drei Phasen, durch die ihr Zusammentreffen in seiner Entwicklung geht. An erster Stelle steht die Initiative G-ttes, der "Weckruf von oben", der Befehl, der für den Menschen einen Weg freilegt, um mit G-ttes Wille eins zu gehen. An zweiter Stelle kommt die Antwort des Menschen darauf, mit der er die Herausforderung auf sich bezieht, sie annimmt und so eine Heiligung vornimmt, die es G-tt ermöglicht, Eintritt zu halten und sich niederzulassen. Dann erfolgt, drittens, G-ttes Reaktion, seine Offenbarung innerhalb der menschlichen Ausmaße. Die schließliche Antwort G-ttes ist die "Stimme von innen", womit dann das menschliche Heiligtum von der Herrlichkeit G-ttes erfüllt ist. Das ist die Stimme von Pekudej.

von Dr. William Stern
Nach den Werken von Rabbi Menachem M. Schneerson. Herausgegeben von der Lubavitch Foundation, London unter dem Titel "Betrachtung für die Woche".

Dr. Stern arbeitete als Lehrer in Manchester, später in London. Er verstarb am ersten Tag von Chanukka im Jahre 5756 (1995). Der Rebbe persönlich beauftragte Dr. Stern Anfang der 1970-iger Jahre mit der Übersetzung der "Thought for the Week" von Rabbi Yitzhak Meir Kagan. Dr. Stern lehnte zunächst mit der Bemerkung ab, dass "Deutschland eine spirituelle Wüste sei". Der Rebbe antwortete ihm: "Aber die Tora wurde in der Wüste gegeben!"
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