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Eiskalte Gleichgültigkeit – oder warme Begeisterung?

Eiskalte Gleichgültigkeit – oder warme Begeisterung?

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Für jedes Zeitalter und in jeder Situation lehrt uns die Tora – sowohl in ihren rechtlichen wie in ihren erzählenden Teilen – wichtige Grundsätze, die in unserem täglichen Leben Anwendung finden sollten. Allein schon das Wort "Tora" leitet sich von einer hebräischen Wurzel ab, die "Belehrung" bedeutet. Auch diejenigen Geschichten, die Umstände und Ereignisse beschreiben, welche in unserer eigenen Zeit vielleicht unmöglich wären, enthalten dennoch lehrreiche "Botschaften" für uns alle; denn die Tora ist von ewiger Gültigkeit.

Wenn dies in der Tat für alle Erzählungen in der Tora gilt, so bewährt es sich umso ausdrücklicher im Zusammenhang mit der Schilderung von "Jeziat Mizrajim", des Auszuges aus Ägypten; denn es kann – es sollte – einen spirituellen "Auszug aus Ägypten" im täglichen religiösen Leben eines jeden Juden geben (siehe Tanja, Kap. 47) – das heißt: die Befreiung der G-ttlichen Seele aus ihrer Gefangenschaft innerhalb des Jezer Hara (des bösen Triebes), woraus sich das Gebot ableitet, des Auszuges aus Ägypten an jedem einzelnen Tage zu gedenken. Auf diese Weise enthält jede Einzelheit in der Schilderung des physischen Auszuges in der Tora Anweisungen an uns hinsichtlich unseres eigenen spirituellen "Jeziat Mizrajim." Eine solche bedeutsame Einzelheit ist die erste Plage, durch die der Ewige den Hochmut Pharaos und seines Volkes brach – die Plage des Blutes, womit die Wasser des Nils in Blut verwandelt wurden.

Damit die Bedeutung der Plage des Blutes richtig verstanden wird, bedarf es der folgenden Einleitung:

G-tt ist die ursprüngliche Quelle des Lebens (siehe Awot d’Rabbi Nathan, 34, 10). Daraus folgt, dass alles, was mit G-ttlichkeit und Heiligkeit verbunden ist, Leben und Lebenskraft besitzt – und für diese ist WÄRME charakteristisch. KÄLTE dagegen ist das "Zeichen des Grabes", sie ist die absolute Antithese des Lebens und daher das gerade Gegenteil von Heiligkeit.

Der Götzenkult Ägyptens, das tiefste Übel in ihrer Kultur war die Kälte – eine eisige Gleichgültigkeit G-tt gegenüber? Das Symbol hierfür waren die kalten Wasser des Nils, die von den Ägyptern vergöttlicht wurden. Daher bestand der erste Schritt zu dem Ziel, die Hartnäckigkeit Ägyptens zu brechen und von dem ägyptischen Exil befreit zu werden, darin, die "Wasser des Nils zu schlagen" (Sohar II, 28b) – ihre tödliche Kälte – und sie in Blut zu verwandeln, dem Symbol von Wärme, Leben und Lebenskraft.

Die hierin begründete Lehre für unseren eigenen geistigen "Jeziat Mizrajim" ist diese: Die allererste schädliche Veranlagung, gegen die wir ankämpfen müssen, ist ... die Kälte, die Gleichgültigkeit und Apathie dem Judentum gegenüber. Es ist ein Fehlurteil, wenn man sich einredet, man könne einerseits zwar der Tora gegenüber gleichgültig sein und doch auf der anderen Seite davor bewahrt bleiben, Böses zu tun. Nein, eiskalte Gleichgültigkeit der Jüdischkeit gegenüber führt zu einem Zustande moralischer Verderbtheit, wie er in Ägypten herrschte. Der Weg zur Religion muss allein der Weg von Wärme, Interesse und Begeisterung sein.

von Dr. William Stern
Nach den Werken von Rabbi Menachem M. Schneerson. Herausgegeben von der Lubavitch Foundation, London unter dem Titel "Betrachtung für die Woche".

Dr. Stern arbeitete als Lehrer in Manchester, später in London. Er verstarb am ersten Tag von Chanukka im Jahre 5756 (1995). Der Rebbe persönlich beauftragte Dr. Stern Anfang der 1970-iger Jahre mit der Übersetzung der "Thought for the Week" von Rabbi Yitzhak Meir Kagan. Dr. Stern lehnte zunächst mit der Bemerkung ab, dass "Deutschland eine spirituelle Wüste sei". Der Rebbe antwortete ihm: "Aber die Tora wurde in der Wüste gegeben!"
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