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Auszug aus Ägypten

Auszug aus Ägypten

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Wie wir bereits früher bei verschiedenen Gelegenheiten ausgeführt haben, enthält jedes von der Tora behandelte Thema, sogar jede ihrer Geschichten, eine ewig gültige Anleitung für Juden an jedem Orte und zu jeder Zeit.

Dieses Prinzip gilt ganz vorzüglich auch für die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Auszug aus Ägypten (die in der augenblicklichen Wochenabschnitten dargestellt sind); denn gerade diesen Auszug – so ist uns aufgetragen – müssen wir jeden Tag in Erinnerung behalten. Der Grund dafür ist darin zu suchen, dass wir ihn tagtäglich nachvollziehen und selbst einen "geistigen Auszug" halten sollen (wie es insbesondere der "Alte Rebbe" in seinen verschieden Werken betont).

Eingeleitet wurde jener Auszug bekanntlich durch die Zehn Plagen, die dazu angetan waren, den Stolz und Hochmut Pharaos und Ägyptens zu brechen.

Die dieswöchige Sidra beginnt mit einem Hinweis auf die schwere Unterdrückung, welche die Israeliten zu erleiden hatten, sowie mit einer klaren Anspielung auf G-ttes Versprechen an die Vorväter, als Antwort auf Moses vorwurfsvolle Frage (Exodus 5, 22): "Warum hast Du diesem Volke Unglück gebracht?" Die Lage war so schlimm, dass selbst Moses Zweck und Ziel dieser Unterdrückung nicht mehr begreifen konnte. Sogar die Enthüllung G-ttes in ihrer vergeistigsten Fom, die er erfahren durfte, und Seine Versprechen, das Volk zu befreien, zusammen ferner mit der Erwähnung des "Verdienstes der Väter": all dies vermochte die Gefühle von Verlassenheit, von der Schwere des Exils, nicht zu lindern, und die Israeliten sahen sich außer Stande, die Idee als solche in sich aufzunehmen.

All dies ereignet sich in den einleitenden Versen der Sidra. Dagegen werden dann weiter unten in unserem Wochenabschnitte die Plagen aufgezählt, die als Mittel dienten, um das Exil seinem Ende zuzuführen, ungeachtet all seiner Härte.

Diese Härte des Exils wird unter vier verschiedenen Gesichtspunkten konkret vorgeführt, nämlich durch: 1. die Enthüllung G-ttes mit den vier Verben, die den Erlösungsvorgang beschreiben (Exodus 6, 6-7); 2. die Offenbarung durch Moses; 3. den Hinweis auf das "Verdienst der Väter"; 4. die Kundgabe durch G-tt selbst. All diese vier Ausdrucksformen waren jedoch, für sich selbst allein, nicht von praktischem Nutzen, um die Unterdrückung zu lindern.

Hier nun liegt eine Anleitung für jedermann vor, für seine tägliche Aufgabe in der Perspektive seines "geistigen Auszuges aus Ägypten". Ungeachtet der tatsächlichen Intensität seines "Ägyptens" – wie immer sich dieses auch zeigen mag – kann man es doch durchbrechen, wenn nur man G-tt in angemessener Weise dient.

So muss man sich jeder Kälte entledigen, die in heiligen Dingen, auf dem Gebiete von Religion und G-ttesdienst, so leicht ihren schädlichen Einfluss ausstrahlen kann. Man muss Wärme und Lebhaftigkeit für alle religiösen Angelegenheiten aufbringen. Man kann nicht "halb-warm" oder "lauwarm" im Bereiche des Religiösen sein.

Vielfach ist gerade der religiöse Vorgang – G-ttesdienst und Dienst an G-tt – so eingerichtet, dass man von einem niedrigeren zu einem höheren Niveau ansteigen kann. Da denn besteht der erste Schritt darin, dass man der Sünde entsagt, um dann – zweiter Schritt – Gutes zu tun.

Der umgekehrte Vorgang aber ist ebenfalls möglich: Wenn man auf der höheren Stufe anfängt, also sofort Gutes tut, dann hat diese Bemühung zum Ziele, dass man mit G-ttlicher Eingebung gewappnet ist, der Sündhaftigkeit zu widerstehen. Tatsächlich ist der zweit-genannte Vorgang dem ersten vorzuziehen – was schon dadurch angezeigt ist, dass in der Liste der Zehn Plagen, die zum Auszuge aus Ägypten führten, die erste die Plage von "Blut" war; und Blut symbolisiert die (oben spezifisch betonte) Wärme, die Lebenskraft.

von Dr. William Stern
Nach den Werken von Rabbi Menachem M. Schneerson. Herausgegeben von der Lubavitch Foundation, London unter dem Titel "Betrachtung für die Woche".

Dr. Stern arbeitete als Lehrer in Manchester, später in London. Er verstarb am ersten Tag von Chanukka im Jahre 5756 (1995). Der Rebbe persönlich beauftragte Dr. Stern Anfang der 1970-iger Jahre mit der Übersetzung der "Thought for the Week" von Rabbi Yitzhak Meir Kagan. Dr. Stern lehnte zunächst mit der Bemerkung ab, dass "Deutschland eine spirituelle Wüste sei". Der Rebbe antwortete ihm: "Aber die Tora wurde in der Wüste gegeben!"
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