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Sei ein Vorbild

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Als Rachel ihrem Sohn den Namen Josef gab, dachte sie sich (Wajeze 30,22): „Ich wünsche mir, dass G-tt mir noch einen Sohn gebe!“

Dieser Wunsch scheint auf den ersten Blick betrachtet, an unpassender Stelle geäussert worden zu sein. Ist jetzt, wo Rachel endlich ein Kind bekommen hat, nicht der Moment gekommen, sich erst einmal über die Erfüllung eines lang ersehnten Wunsches zu freuen, anstatt schon an das nächste Kind zu denken? Doch damit wurde lediglich Josefs Lebensaufgabe dokumentiert, nach welcher er benannt wurde.

Josefs Aufgabe war, noch einen Sohn in den Schoss der jüdischen Mutter zu bringen. Während seines ganzen Lebens wurde Josef in Situationen hinein katapultiert, in denen er sich immer wieder zwischen fremden Leuten befand und auf diese, wegen seines eigenen hervorragenden Benehmens einen außerordentlich Eindruck hinterliess, dass sie sich von seiner Lebensart angezogen fühlten und seine moralischen Werte akzeptierten.

In unserer Sidra Wajeschew wird Josefs Aussehen als "Jefe Toar" (schönes Angesicht) und "Jefe Mare" (strahlendes Antlitz) beschrieben. In einem symbolischen Sinn wird damit zum Ausdruck gebracht, dass Josefs Charakter und Handlungsweisen von so vollendeter Schönheit waren, dass sich jeder von ihnen angezogen fühlen musste.

Da jeder Mensch die Aufgabe hat, nicht nur sich selbst, sondern auch anderen bei der Erreichung ihres geistigen Potentials zu helfen, können und müssen alle in dieser Hinsicht von Josef lernen. Um auf andere einen positiven Einfluss auszuüben, muss die eigene Handlungsweise von vollendeter Perfektion und Schönheit sein. In diesem Zusammenhang bekommt dann die eigene Charakterbildung eine viel wichtigere Bedeutung: Es ist nicht nur eine Verantwortung die man sich selbst gegenüber trägt, sondern sie bewirkt auch den Einfluss auf Mitmenschen.

Die Parascha erzählt auch, wie Josef durch die Frau seines Herrn Potifar in Versuchung gebracht wurde, dieser Versuchung jedoch standhaft widerstand. Raschi erklärt, dass diese Frau gute Absichten hatte. Sie ahnte nämlich, dass Josef von ihr Kinder haben würde und dachte, dies auf solchem Wege zu erreichen. In Wirklichkeit war es jedoch ihrer Tochter durch die spätere Heirat mit Josef vergönnt, von ihm Kinder zu bekommen.

Auch die Tatsache, dass Josef solchen Versuchungen ausgesetzt war und die Absicht der Verführerin gar nicht so schlimm war, wie sie auf den erste Blick vermuten lässt, enthalten für uns wichtige Lehren:

Oft stehen einem Menschen bei der Erfüllung seiner Lebensaufgabe viele Dinge im Wege und er sieht sich plötzlich verschiedenen Versuchungen und grosser Opposition gegenüber. Nun könnte er dies negativ auffassen und es als seine Aufgabe betrachten, diese zu bekämpfen.

Doch in Wirklichkeit sind diese Schwierigkeiten da, ihm zu helfen. Natürlich ist das nicht so leicht erkennbar, genauso wie Josef auch nicht wusste, dass die Frau des Potifar gute Absichten hatte. Doch der Glaube an diese Tatsache kann ihm seine Aufgabe erleichtern.

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