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G-ttes Wort

G-ttes Wort

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Aus der dieswöchigen Sidra entnehmen wir, dass Israel bedingungslos G-ttes Befehle befolgte: "Auf G-ttes Geheiss lagerten sie, und auf G-ttes Geheiss zogen sie" (Num: 5, 20). Waren sie durch diese Haltung irgendwie beschränkt? Der Lubawitscher Rebbe hat sich in einem Briefe mit diesem Thema befasst, wie folgt.

In Ihrem Briefe nehmen Sie auf die Ungewissheit bezug, die Sie in einer Verpflichtung zum Judentum fühlen; Sie drücken die Ansicht aus, ein Leben im Einklang mit Tora und Mizwot sei einschränkend, es beeinträchtige die schöpferische Kraft des einzelnen, besonders wo es sich darum handelt, dass er für sich selbst denkt und entscheidet - so dass man, wie Sie meinen, eine derartige Verpflichtung schwerlich mit der Idee der persönlichen Freiheit vereinbaren könne.

Offen gesagt, muss eine solche Einstellung bei einem denkenden Menschen wie Ihnen ein wenig überraschen. Möglicherweise ist bei Ihnen die Schwierigkeit darauf zurückzuführen, dass Sie nur oberflächlich den Ausdruck "Joch" verstanden haben - das "Joch" von Tora und Mizwot, das "Last" und "Beschränkung" zu bedeuten scheint.

Tatsächlich jedoch gibt es viele Dinge im täglichen Leben, die jedermann bedingungslos akzeptiert, auch Menschen von hoher intellektueller Statur. Sie selbst gehen zur Universität und verfolgen ein wissenschaftliches Studium; und da wissen Sie sehr wohl, dass man - bespielsweise auf den Gebieten von Physik oder Technologie - nicht jedesmal von ganz vorne anfängt, indem man nur das anerkennt, was man selbst aufgrund eigener Nachforschung und Experimentierung belegt und bestätigt hat. Man wird doch fraglos ein Flugzeug betreten, ohne vorher auf dem Gebiet der Aerodynamik Untersuchungen angestellt zu haben; auch ohnedies verlässt man sich darauf, dass es fliegen und zur festgesetzen Zeit am Ziele ankommen wird.

Ähnliches kann man über die Gesundheitspflege sagen. Ein Chemiker wird sich nicht daran machen, jede einzelne Medizin erneut zu analysieren, um sich persönlich von ihrer Harmlosigkeit zu überzeugen. Wenn er schon experimentieren will, dann wird er dies sicherlich in Bereichen tun, wo es noch keine Untersuchungen gegeben hat. Und das ist auch nur natürlich und logisch, haben doch Fachleute schon längst ausreichende Untersuchungen angestellt und die Ergebnisse belegt, so dass es sich um eine wahre Zeitvergeudung handeln würde, wollte man all diese Experiment nochmals von Anfang an durchführen. Zudem könnte man selbst auch zu Fehlergebnissen gelangen.

Was soeben über die physische Gesundheit gesagt worden ist, gilt genauso für die spirituelle Gesundheit, d. h. in bezug auf die Methode, wie die Neschamah (Seele) ihre Vervollkommnung und Erfüllung finden kann. Vorzüglich für jeden Juden ist die spirituelle Gesundheit eng mit der physischen verbunden.

Der Schöpfer des Menschen, Der auch der Schöpfer und Herr der ganzen Welt ist, ist gewiss hervorragend befähigt (mehr als jede andere Autorität), zu wissen, was gut für den Menschen und seine Umwelt ist. In Seiner grossen Güte hat G-tt uns bereits die kompletten Endergebnisse mitgeteilt und uns gesagt: Wenn sich jemand im täglichen Leben auf eine bestimmte Weise führt, dann wird er eine gesunde Neschama in einem gesunden Körper sein eigen nennen können; es wird für ihn gut auf dieser Welt sein und in der kommenden. Dabei hat G-tt gewisse Bereiche noch offen gelassen, in denen ein Mensch für sich selbst experimentieren kann, ohne jedoch die von Ihm festgelegten Regeln zu verletzen.

Mit anderen Worten: Wenn ein Mensch lange genug leben und die erforderlichen Fähigkeiten haben würde, um ungestört alle notwendingen Untersuchungen vorzunehmen, dann würde er zweifellos zu denselben Ergebnissen kommen, die wir schon in der Tora vorfinden, z. B. was den Schabbat oder Kaschrut betrifft usw. G-tt aber, in Seiner endlosen Güte (und Güte ist in dem Wesensbegriff "G-tt" schon beinhaltet), wollte uns der Mühe entheben und wollte uns vor möglichen Fehlergebnissen bewahren; und so hat Er uns die Schlussfolgerungen schon angezeigt, zum Wohle sowohl für denjenigen, der wissenschaftlich zu Untersuchungen qualifiziert ist, wie für denjenigen, der dies nicht kann.

Der Ausdruck "Joch" bei der Hinnahme von Tora und Mizwot muss dahingehend verstanden werden, dass es zur menschlichen Natur gehört, gemäss von Imperativen zu handeln. Denn es liegt in der menschlichen Natur, im Jezer Hara (dem bösen Triebe), dass man Versuchungen leicht erliegen kann. Die Versuchung ist zuerst süss, am Ende aber ist sie bitter. Es liegt auch in der menschlichen Natur, dass man vielleicht die schliesslichen bitteren Folgen ausser acht lassen möchte wegen der anfänglichen Befriedigung. Wir sehen dies oft bei Kindern und auch bei Erwachsenen, die sich zügellos an gewissen Nahrungsmitteln laben, obwohl sie gewarnt worden sind, dass ein Übermass am Ende schädlich sein wird; dennoch wollen sie nur ihren Appetit befriedigen. So auch hat G-tt uns das "Joch" von Tora und Mizwot gegeben und uns gesagt, dass man Seinen Geboten bedingungslos folgen soll, gleichgültig ob man sie alle versteht oder nicht.

Zusammenfassende Übersicht:

Im täglichen Leben untersucht auch der bewährteste Wissenschaftler nicht jede Medizin oder jede technische Errungenschaft von neuem und von vorne. Ebenso ist es nicht angängig, G-ttes "Endergebnisse", die Er uns in Tora und Mizwot angezeigt hat, erneut und von Grund aus zu überprüfen.

von Dr. William Stern
Nach den Werken von Rabbi Menachem M. Schneerson. Herausgegeben von der Lubavitch Foundation, London unter dem Titel "Betrachtung für die Woche".

Dr. Stern arbeitete als Lehrer in Manchester, später in London. Er verstarb am ersten Tag von Chanukka im Jahre 5756 (1995). Der Rebbe persönlich beauftragte Dr. Stern Anfang der 1970-iger Jahre mit der Übersetzung der "Thought for the Week" von Rabbi Yitzhak Meir Kagan. Dr. Stern lehnte zunächst mit der Bemerkung ab, dass "Deutschland eine spirituelle Wüste sei". Der Rebbe antwortete ihm: "Aber die Tora wurde in der Wüste gegeben!"
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