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"Und der Storch"

"Und der Storch"

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"Und der Storch" (Lev. 11:19).

Das hebräische Wort für “Storch” ist chasida. Das bedeutet auch “gütig”, denn der Storch teilt seine Nahrung mit Freunden. Juden dürfen keine Vögel mit Charaktermängeln essen. Doch auch der Storch mit seiner freundlichen Natur ist verboten. Ein Mensch, der wie ein Storch nur jenen hilft, die er mag, und andere ignoriert, gilt nicht als gütig. Wir dürfen den Storch nicht essen, damit wir diesen Charakterfehler nicht annehmen. (Chiduschej Harim)


Frage: Man nennt ihn chasida (freundlich), weil er sein Futter mit Freunden teilt (Raschi).

Die Tiere und Vögel, die den Juden verboten sind, haben schlechte Eigenschaften. Was der Mensch isst, beeinflusst ihn. Darum verbietet die Torah jene Tiere, die unseren Charakter verderben (Ramban 11:13). Warum ist auch der Storch verboten, obwohl er gutmütig ist?

Antwort: Wer nur Menschen hilft, die er gern hat, und sich nicht um andere kümmert, hat keinen guten Charakter. Darum verbietet uns die Torah, den Storch zu essen, damit wir nicht seine schlechte Gewohnheit annehmen.

Der gütige Storch

Rabbi Elijahu Chaim Meisel von Lods war den reichen und armen Gemeindegliedern vertraut, denn er holte von den Reichen, was er den Armen gab. Die wohlhabenden Juden lehnten seine Besuche nicht ab und schickten ihren Rabbi nie fort. Aber sie waren selbstgefällig und hielten sich für sehr großzügig. Das spürte Rabbi Elijahu Chaim, und es gefiel ihm nicht.

Also sagte er zu den Reichen: „Die Torah verbietet es, einen Storch zu essen. Auf hebräisch heißt er Chasida. Raschi erklärt, der Storch heiße so, weil er Freunde mit Güte oder Chesed behandle. Aber sollte der Verzehr eines gütigen Vogels nicht erlaubt sein? Warum ist der Storch unrein? Die Antwort lauter: Die Chasida glaubt, sie tue mit ihrer Güte zu Freunden mehr, als man von ihr erwarten könne. Aber das ist falsch! Güte gegenüber Freunden ist nichts Besonderes — es ist eine natürliche Pflicht.“

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