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Achter Tag, bitte

Achter Tag, bitte

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Im Wochenabschnitt »Schmini« geht es um die Inbetriebnahme des Heiligtums, das vom jüdischen Volk in der Wüste errichtet wurde – dem Vorläufer des späteren Tempels in Jerusalem. Nach einer Einweihungswoche von sieben Tagen war es am achten Tag so weit, dass wirklich voller Betrieb losgehen konnte.

Dass die Tora dabei vom »achten Tag« spricht, weist uns darauf hin, dass dieser Tag mit den vorhergehenden sieben Tagen eine Verbindung hatte. Andererseits erscheint dies bei näherer Betrachtung überraschend. Denn aus der Beschreibung all der Einweihungszeremonien geht hervor, dass die ersten sieben Tage ein in sich geschlossener Zyklus waren und am achten Tag etwas ganz Anderes, etwas völlig Neues geschah.

Heilig und noch heiliger

In verschiedenen Quellen wird die besondere Bedeutung der Zahl Acht behandelt. Während »Sieben« etwas mit weltlichen Verhältnissen zu tun hat, zeigt »Acht« eine höhere Stufe von Heiligkeit an, die über den Dingen dieser Welt steht. Gewiss hat auch »Sieben« etwas Heiliges in sich, schließlich ist der siebente Tag der Woche der Schabbat, doch es handelt sich um eine Heiligkeit die in dieser Welt stattfindet, nicht über ihr steht.

Der Talmud erklärt, dass die im Tempel verwendete Harfe sieben Saiten hatte – ein Symbol für die Heiligkeit des Tempels; die Harfe jedoch, die zu Messias’ Zeiten im Tempel gespielt werden wird, hat acht Saiten – ein Symbol für die höhere Stufe der messianischen Zeit.

Wir sehen also, dass die Welt des siebenten Tages und die Welt des achten Tages grundlegend voneinander verschieden sind. Wie kann es dann sein, dass durch die Ausdrucksweise »am achten Tag« ein Zusammenhang zwischen den beiden hergestellt wird?

Mit harter Arbeit zu Wundern

Der Lubawitscher Rebbe hat diese Frage so erklärt: Die besondere heilige Stufe des »achten Tages« beim Bau des Mischkan entstand nicht in einem Vakuum, sie wurde erreicht durch die Vorarbeiten an den sieben Tagen zuvor; sie waren es, die das Wunder des achten Tages erst ermöglichten.

Ebenso ist es mit der messianischen Zeit (durch die achtsaitige Harfe charakterisiert): Sie wird nicht aus heiterem Himmel eintreten, sondern wir selbst sind es, die wir durch unser Verhalten in dieser Welt, durch das Ausüben der Gebote, die messianische Ära bringen.

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